Tagebuch von Quanda vom Frühlings Hof - genannt Fiene

mit freundlicher Genehmigung von Barbara Loewenthal

 


Hildesheim den 21.08.2016
Mein liebes Tagebuch,

Nachdem meine Fäden gezogen worden sind und ich von Frau Dr. Kraftzell das OK bekommen habe, habe ich wiede angefangen mit Marathon-Horst, Joe und Blondi zu trainieren. Dienstags und donnerstags komme ich immer mit Brandsohlen heim.E1 Wir sind jetzt auch nicht mehr nur zu viert:  Frieda und Steffi trainieren mit. Und ab nächsten Dienstag kämpfen wir zu sechst:  Nachbarin Charlotte (eine Dänin) und ihre Labardudel Hündin Sissi (Schneeflocke hätte ich treffender gefunden) laufen dann auch mit.
Frieda, Joe und ich, wir haben jedenfalls schon ganz schöne Touren hingelegt. Beim schnellen Walking unserer Tröötels haben wir uns bestimmt auf das Dreifache ihrer "Walks"  gesteigert, also 18,70 Kilometer x 3. Das war am 09.08. der Fall. Regelmäßig laufen die Trööötels zwischen  mindestens 10 und14 Kilometer. Wir natürlich ca. 30 Kilometer und mehr.E2 Dabei schaffen die Trööötels  gerade mal 1 Kilometer in ca.  9,3 Minuten. Wenn sie schneller werden wollen, müssen sie wohl doch noch joggen.
Steffi, Frieda, Blondi und ich treffen uns darüber hinaus  auch samstags und sonntags in der Früh um ein Zwischentraining einzulegen. Du siehst also, ich bin nur noch draußen. Und danach, da schaff ich gerade mal meine Mahlzeit einzunehmen, so fertig bin ich.  Allerdings es macht riesigen Spaß. Ganz besonders gefällt mir, wenn wir am Maisfeld vorbeikommen. Blondi nimmt dann gern ein paar Kolben mit. Abgekocht bekomme ich dann einen  zum  Knabbern. Die Zwischenmahlzeit schmeckt super lecker und schadet mir absolut  nicht.  Und die Speckmaus ? Die gibts nicht mehr.  Ich bin jetzt  "Speedy Gonzales", die schnellsten Maus von Hildesheim.  Probleme mit den Pfunden habe ich jedenfalls NICHT! Ich verbrenn so viel, ich kann mir jetzt alles leisten. Deshalb sorge ich auch stets für mich und mein leibliches Wohl. Schließlich will ich nicht aussehen wie ein tapezierter Knochen. Also achte ich regelmäßig  darauf, was meine Trööötels auf der Küchenablage stehen lassen,  insbesondere Blondi, wenn sie völlig übermüdet etwas zu essen macht und danach ins Wohnzimmer schleicht, ohne zuvor sämtliche Wurst- und Käsescheiben wegzuräumen. Da kann es dann schon mal vorkommen,E3 dass der Bressotbecher leergeputzt und spülmaschinensauber vor der Küchenzeile steht, oder der Dicke am nächten Morgen nur noch Marmelde zum Frühstück hat. Na und? So lecker wars nun auch nicht.

Dann war ich wieder mit meiner Notfallnanny beim Friseur. Zwar hatte Blondi um ne ordentliche Kurzhaarfrisur gebeten, aber als sie meine Rute sah, da hatte sie plötzlich blutunterlaufene Augen. ... Aus meiner beachtlichen Schwanzbehaarung hatte Onkel Paule einen "Dreihaar" gemacht. Man hatte die wieder  miese Laune. Und das Gezeter? Hätte Onkel Paule das gehört,  hätte er bestimmt den Beruf gewechselt. Selbst der Dicke hat was von Minderung geschwätzt.  Blondi hat dann eines ihrer  Schampoos rausgekramt,  das eine fluffige Haarpracht bei ganz besonders dünnem und feinem Haar verspricht. Ganz ehrlich? Hat sich auch nix geholfen. Leicht beschämt hat sie dann zur Schere gegriffen und dem ganzen ein Ende bereitet. Igeleschnitt sei Dank. Nun ja, einen Kommentar ersparE5 ich mir. Von Vorteil allerdings ist, dass die Kletten in einem Igelschnitt weniger Angriffsfläche haben als bei einem "Dreihaar".

Letzten Samstag waren wir dann wieder im Zoo. Auch jetzt war ich außer Rand und Band. Diese vielen Gerüche sind einfach eine einzige Freude für mich.  Es gab auch viel Neues zu sehen. Viele  Tiere hatten Junge zu betreuen, sogar ein kleines Baby-Flusspferd schwamm herum. Auch meine Freundin die Schneeeule habe ich gesehen. Die war sogar E6froh mich zu sehen. Hatte doch ihre Mama keine Zeit für sie und einen neuen Ableger bekommen. Nach einem kurzen Schnack mit ihr bin ich dann weiter zum Eisbärgehege.  Da lag doch ein Knut direkt  vor einer riesigen Glasscheibe und schlief. Keiner der Zoobesucher fand  besonderen Gefallen hieran. Also hatten sich alle auf die umliegenden Bänke gesetzt. Dann aber kam ich. Als ich direkt an die Scheibe trat, um den Riesen mal aus der Nähe zu sehen, sprang dieser plötzlich auf und versucht mit seiner Tatze mein ausgelichtetes Fell  noch mehr zu lichten. Das wiederum weckte sämtliche Zuschauer aus ihrer Lethargie. Alles sprang auf und lief zur Glasscheibe um Knut in Aktion  zu sehen. Diese A....Löcher!!!! Man hatte ich Angst. Und Außerdem: Ich bin doch der Star und nicht dieser fette, faule und überdiemensionierte Teddy. Das hat wohl Knut auch so gesehen. Denn, als er mich wegen der Gaffer nicht mehr erkennen konnte wurde es ihm langweilig und er trottete davon. Geschieht den A-Looos recht....E4Knut

Dieses Wochenende hatten wir dann Besuch von Blondis  Studienkollegin aus Oberhausen. Die heißt so wie ich: Josefiene. Allerdings wird sie im Gegensatz zu mir Josi genannt und nicht Fiene. Aber trotzdem gefiel sie mir. Also hab ich mich an sie rangewanzt und mir ordentlich den Pelz kraulen lassen. Das kann sie gut. Sie hat nämlich drei Katzen. Das hat mir so gut gefallen, dass ich gestern Nacht, also Josi mal den Liedstrich nachgezogen hat, mich in ihr Bett gelegt  und so getan habe, als wäre ich schon immer da gewesen. Schlaftrunken hat sie dann gemerkt, dass ein Teil ihres Kopfkissens schon besetzt war. Wir haben dann die Argumente für mein Bleiben oder Gehen ausgetauscht. Gut, ich musste dann das Bett verlassen. Aber verloren habe ich dennoch nicht. Ich durfte nämlich in ihrem Schlafzimmer bleiben. Das hab ich mir dann auch nicht zwei Mal sagen lassen.  Jetzt ist Josi wieder weg und ich bin wieder mit meinen Trööötels allein.
Das macht aber nichts. Blondi hat nämlich wieder eine Tüte Popcorn in der Mikrowelle. Die teilen wir uns gleich, wie jeden Abend. Dann erzählen wir uns immer was der Tag so gebracht hat und wie der kommende Tag wohl wird. Überhaupt unterhalten wir uns jetzt viel mehr als früher. Das liegt wohl daran, dass ich jetzt kein kleines  Baby mehr bin. Blondi ist jetzt meine Freundin. Ihr erzähl ich alles was mich drückt und zwackt. Deshalb, ich weiß nicht wie ich es sagen soll, brauche ich dich mein Fiene 2016liebes Tagebuch so dringend, so wie zu Anfang meines Aufenthaltes hier, nicht mehr. Ich hab dich immer noch sehr gern. Aber mit dir kann ich nun einmal nicht so schwätzen wie mit meiner Tröööteline. Du bist immer so einsilbig, weißt du. Deshalb heißt es jetzt erst mal Abschied nehmen. Du warst mir immer ein treuer Gefährte und ich werde  dich nie vergessen. Wer weiß, wenn die Kommunikation mit meiner Tröööteline doch mal stockt oder es mir sonst wie schlecht geht, werde ich dich wiederbeleben. Jetzt erst Mal muss ich ohne dich auskommen.
Ich hab dich sehr, sehr lieb.
Dein Speedy Gonzales

 

 

Hildesheim, den 16.07.2016
Mein liebes Tagebuch,

ja,ja, ich weiß. Schon wieder habe ich dich vernachlässigt. Aber mein Leben hat sich deutlich verändert.

Erst haben Blondi und ich unsere Ausdauer verbessert bis dann ab dem 27.06.   18.00 Uhr eine Nulldiät anstand. Völlig konsterniert traf ich dann morgens um 9.00 Uhr mit meinen Trööötels in der Kleintierklinik Hannover ein. Da schwante mir dann doch böses. Und wirklich, als ich nachmittags abgeholt wurde hatte ich nen Schwimmreifen um den Hals, drei Einstichlöcher mit ein paar Bindfäden unterm Bauch,  die Rute zum Teil blank rasiert und nen mächtigen Kater.FieneKragen Was war passiert? Die haben mich doch glatt kastriert! Nichts mehr mit Mutterglück.  Auch gut, dann werd ich halt Karriereberner. Aber das mit der Rute, dass fand ich nicht so komisch und sah richtig sch...ße aus.

Nachdem ich dann vorm Spiegel meinen ledierten Alabasterkörper in Augenschein genommen hatte, erklärte Blondi die Rasur damit, ich hätte mir beim Jagen durchs Kornfeld eine Granne ins Schwänzchen gerammt, so dass sich ein "Hot spot" entwickelt hätte. Regelmäßige Desinfektion  und Antibiotikasalbe seien nunmehr von Nöten. Aha. Nix mit "Ein Bett im Kornfeld" oder hat der Drews nur diesen Teil einer Session bewusst ausgelassen? Es sah wirklich bescheiden aus. Und dann meinte Blondi noch ich sei auch geröntgt worden: Hüft-, Ellenbogen- und Schultergelenke. Die Bilder müssten noch vom Sachverständigen des Schweizer Sennenhund Vereins beurteilt werden, weil dies für die weitere Zucht meiner Züchterin wichtig sei.  O.k., ich helfe selbstverständlich gern. Als ich dann aber nen kleinen Snack wollte, hat mir Blondi gleich was auf die Pfötchen gegeben. Essen sei wegen meiner noch immer vorhandenen Benommenheit erst Morgen wieder dran. Häääh???

Am nächsten Tag ging es mir - nach einem ordnentlichen Frühstück-  deutlich besser. Eigentlich hatte ich wieder Hummeln im Hintern. Aber jetzt kommts: Blondi hat sogleich die Gelegenheit  ergriffen und mir -vorgeblich im Auftrag von Frau Dr. Karftzell (Operateurin und Klinikchefin)- Ruhe und mäßiges Spazierengehen verordnet. Aha...Wie war das noch  mit dem Brockenlauf???  Frieda hab ich dann auch erst mal nicht gesehen. Ich sollte mich schonen. Mein Couchpotato hat dann  erst mal 2 Tage Urlaub gehabt. Man gönnt sich ja sonst nichts. Man war das laaaangweilig. Gott sei dank war es warm und die Fliegen irrten durchs Wohnzimmer. Eine kleine Jagd und ich hab mich der kleinen Eiweißbeilagen angenommen.

10 Tage später sind wir dann wieder zur Klinikchefin, Fäden ziehen. Irritiert musste ich die Begrüßung   "Ja hallo, da ist ja meine kleine Speckmaus" zur Kenntnis nehmen.  Mmmmphhhhh!!!!!   Doch dann hat sie mich beschmust und betüddelt und nach einem kleinen Leckerchen gemeint, sie könne mich auch gleich mit zu ihr nach Hause nehmen. Also mal ganz ehrlich, das mit dem Leckerchen ist ja in Ordnung, aber Speckmaus? Welche Speckmaus? Ich bin ein athletischer kleiner Berner  in einem viel zu großen Fell. Da kann ich unmöglich bleiben, da muss ich einfach weg.

Blondi hat den Vorfall jedenfalls zum Anlass genommen den Marathonjunkie Horst und meinen kleinen Freund Joe um ein Training zu fragen. Dienstag und Donnerstag ab 17.00 Uhr hechel ich mir jetzt die Speckmaus aus dem Hals. Wir sind schon bei 10,5 km in 1 und 3/4 Stunde. Brandsohlen inbegriffen. Dienstag geht es dann weiter. Da wollen wir zum Hohnsensee und zurück, 13,5 Kilometer... Blondi sollte ihr Handy uunbedingt mitnehmen.

Natürlich habe ich auch wieder Unsinn getrieben  und im Wald beim Spazierengehen -Blondi hatte meinem Augenaufschlag nachgegeben und mich von der Leine gelassen- einen ausgiebigen  Ausflug von gewissem Umfang und  gewisser Dauer eingelegt. Leider  fand sie es dann doch nicht  so komisch  als "Klopfer und Bambis Papa" mit einem Affenzahn ihren Weg kreuzten, gefolgt von ihrem Berner mit dem zu großen Fell.  Das Gezeter war überwältigend. Ich hab mich dann schnell bei ihr zurückgemeldet um  doch noch gesittet nach Hause zu gehen. Aber als wir wieder auf dem Panoramaweg waren, so ein paar Hundert Meter von zu Hause entfernt, da stand sie plötzlich, die schwarz-weiße Kampfmietze des  Nachbarn. Welch eine Gelegenheit. Leider hatte das Prachtstück keine Angst vor mir, so dass ich am Ende etwas gerupft an Blondis Seite stand. Die hat der Fußhupe dann ordentlich Bescheid gegeben. Mein Fell hatte danach leider etwas an Glanz verloren. Aber Blondi hat für alles ein Rezept. Ihrem Schminktäschchen sei Dank. Oh, ich höre gerade den Dicken seinen Joghurt aus dem Kühlschrank nehmen. Der kann den unmöglich alleine essen wollen. Da muss ich hin und  helfen.

Bis bald, Deine Speckmaus Fiene

 

Hildesheim, den 20.06.2016
Mein liebes Tagebuch,

ich weiß, ich habe dich vernachlässigt. Aber meine Scheinschwangerschaft hat mir doch etwas zu schaffen gemacht. Ich habe sogar Milch in meinen Zitzen gehabt. Ich sah aus wie eine echte Mama. Mein ganzes Innenleben war durcheinander. Ich bin nur noch unwillig zum Pipi- und Häufimachen nach draußen. Frau Dr. Bungk (meine Mädchenärztin) hat gesagt, ich würde eine gute Mutter abgeben. Denn eine gute Mutter verlässt die Wurfkiste
nur für die nötigsten Verrichtungen. Hunger hatte ich auch  nicht, ich musste mich ja schließlich um meine Kinder (Stofftiere) kümmern.Fien1616 Blondi hat in ihrer Vezweifelung dann  noch Susanne, meine Züchterin angerufen. Die hat ihr erst mal erklärt, dass der Milchfluss etwas völlig Normales ist und von meinen Ahnen, den Wölfen stammt. Da wird nämlich nur die Alphawölfin Mama. Die ist aber keine so gute Mama wie ich, die geht nämlich jagen. Damit aber die Wolfbabies nicht verhungern, bekommen alle anderen Wofsmädchen Muttergefühle. Die Säugen dann die Kleinen. Schön nicht? Obwohl, eigentlich hab ich immer gedacht, ich bin der Alphaberner hier! Aber mein Charakter läßt halt keine Schwächen zu.  Dann hat Blondi auf anraten meiner Mädchenspezialistin die Spielsachen weggepackt und schon bald war der Spuk vorbei. Jetzt erinnert nur noch meine schlanke Taille an diese Zeit.

Dafür bin ich jetzt besonders fit. Schnell und wendig habe ich zu meiner alten Form zurückgefunden und erst mal Blondis Berkemanns in ihre Korkteile zerlegt, die Terasse unterhöhlt, den Rhabarbar gekürzt, den Mülleimer geplündert und -der Inhalt war halt nicht allergiegetestet- Flitzehäufi in Blondis Arbeitzimmer gemacht. Es geht mir wieder richtig gut. Steffi sagt, mir guckt die Sonne aus dem Hintern. Barbara sagt, ich bin im Flegelalter. Und der Dicke? Der sagt, so einen Berner habe er sich immer gewünscht. Recht so mein geliebter Usell. Meine Ordnung kommt nach dir. Wahrscheinlich hat mich der Dicke deshalb besonders lieb.

Dann aber hat Blondi zum Waldlauf geblasen und ich hatte mein erstes Déjà-vu. Blondi glaubt doch glatt, sie könne in einem Jahr beim nächsten Brockenlauf mitmachen. Was das heißt? Von Göttingen nach Bad Lauterberg, knapp 50 Kilometer. Und  von Bad Lauterberg hoch auf den Brocken mit Steigung nochmals knapp 38 Kilometer. Alles in 2 Tagen. Wohl den Verückten, ihrer ist der Brockenlauf!!!  Die Irre hat jetzt auch noch angefangen zu trainieren und ich muss mit. Beim ersten Mal waren es 7,5 Kilometer (Haha...), heute 8,35 (bei der Fitnes schafft die das nie!!!). Ich glaub die meint es ernst. Jetzt hat sie auch noch das Herrchen von Joe, meinem guten Freund, gebeten sie zu trainieren. Das ist son Maratonjunkie, weist du. Nicht so wie mein blondes Couchpotato. Der nimmt sie bestimmt beim Wort. Blondi hat sich auch noch  ne App runter geladen und hetzt jetzt mit mir und GPS durch den Wald. Nicht mal Schnuppern ist mehr drin.  Hoffentlich findet sie am Ende den rechten Weg nach Hause. Nicht das wir nochmals ein Servivaltraining wie in Dänemark hinlegen müssen, dann kündige ich hier.
Aber einmal da hab ich mir ne ordnetliche Pause gekönnt. Glaubte Blondi doch, ich werde auch ohne Leine hinter ihr herlaufen. Weit gefehlt. Dann war da auch noch ein flinkes Reh im Korn. Wir zwei hatten einen guten Lauf....Bis wir an der Stinke-Potsche- Grube (O-Ton Halard) vorbeikamen. Da musste ich einfach meine Pfoten kühlen. Faulig stinkend und mit Teichlinsen am Hintern habe ich mich auf den Weg zu Blondi gemacht. Das Gezeter hatte mal wieder untertes Niveau. Schnell ging es dann zum Schaumbad nach Haus. Aber, wenn ich ehrlich bin, da reicht nicht mal Channel Nr. 5. Ich schätz  ein Fellwechsel wär da nicht schlecht.

Deine Fiene,  Eau de Klo.

 

Hildesheim, 28.5.2016

Mein liebes Tagebuch,

 Zur Zeit bin ich einfach nur traurig, ich armes kleines Bernerlein...Aber alles der Reihe nach:

 

Am 02.05. war ich mit meiner Notfallnanny beim Friseur. Blondi wollte, dass ich ne 1a Igelfrisur für den kommenden Sommer bekomme, aber Onkel Paule hat sich geweigert und nur mein Unterfell entfernt. War ne echte Prozedur. Erst auskemmen, dann mit einer Spezialbürste das lose Unterfell entfernen, dann eine Seifenbombe, ausspülen, auskemmen, fönen, danach wieder die Spezialbürste. Am Ende hatte ich eine halbe Fiene abgelegt. Ich sah richtig schlank aus. Zur Belohnung durfte ich so viele Leckerchen futtern, wie ich wollte. Paule hat mich einfach gern.  Meine Trööötels fanden mein Outfit ebenfalls klasse, bis ich gegen 5.30 Uhr am nächsten Morgen eine kleine Flitze-Session in Blondis Arbeitszimmer einlegte, den allergiefeindlichen Leckerchen Onkel Paules sei Dank.

Blondi hat dann auch -nach der üblichen Wischeinlage- gegen 7.00 Uhr meine Notfallnanny aus dem Bett geklingelt und ihr angeboten, beim nächsten Friseurbesuch doch einfach mal als Übernachtungsgast bei uns zu bleiben...Ein Schelm, wer Böses hierbei denkt...Nanny war trotz der frühen Stunde wirklich untröstlich und hat sich fast ausgeschüttet vor Lachen. Ich finde, ab und zu sollte man auch mal was Verbotenes essen dürfen!! Als Folge meiner kleinen Schweinerei hat Blondi mir auch noch die "Hosen" gestutzt. Seitdem ziehe ich fast blank...Na, und?

 

Dann aber habe ich meine neue Frisur richtig schätzen gelernt. Es wurde nämlich ganz schön heiß. Und weil ich Pfingsten Besuch bekommen sollte, hat Blondi bei der Hitze mit mir den Garten geschrubbt. Ich bin dabei ganz schön ins Schwitzen gekommen: Der Teich musste general überholt, dass Unkraut gezupft, die Beete gehackt, die Außentreppe geputzt, der Rasen gemäht, die Einfahrt gefegt und das Unkraut dort, wie auch an der Straße weggebrannt werden. Beim Letzteren hatte ich dann einfach keine Lust mehr zu helfen. Da bin ich im Dunkeln durch die Streucher gestromert, bis ich ein klägliches Piepsen hörte. Das hat mich einfach mächtig interessiert. Leise habe ich mich angeschlichen und....Habs gemacht.  Das Mäuschen hätte es ohnehin nicht weit gebracht. Ich habe es also in meiner unentlichen Güte von seinen Sorgen befreit. Allerdings fingen die meinen damit leider an: Blondi hatte wieder den direkten Draht zur Kleintierklinik Hannover. Wurmkur gefällig? Dr. Buschtöns jedenfalls fand, obwohl sie mächtig stolz auf meine flinke Pfote war, dass ich durchaus Vorsorge gegen lästige Parasiten treffen könnte.

Danach würde sie mir auch wieder ein Küsschen geben. Na dann, OK.

 

Dann kam Pfingsten und ich hatte Besuch!!! Meine Mama und meine Schwester Kiki sind auf einer Ausstellung für schicke Berner in Garbsen gewesen und weil Hildesheim nicht weit von Hannover entfernt lieg,  mit ihrem Flitzer vorbei gekommen. Gut Susanne, unsere aller Züchterin, war auch mit dabei. Eine muss meine Verwandten ja schließlich chauffieren.

VIPs fahren nun einmal nicht selbst.

 

Man war ich von meiner Verwandtschaft beeindruckt. Mama und Kiki sind deutlich größer als ich. Na gut, vielleicht auch etwas schlanker. Aber nur ein ganz kleines bißchen.

Hunger haben sie jedenfalls genauso wie ich. Da bin ich als tief gelegter Berner natürlich deutlich im Nachteil. Mama hat gleich und ausgiebig meinen Riesenknochen bearbeitet (seufz) und Kiki? Sie hat sich über mein Spielzeug hergemacht. Eins nach dem anderen hat sie aus meiner Kiste herausgenommen. Sogar an meinem gelben Bärchi hat sie die Ohren besabbert. Dabei dachte ich, dies sei mein Privileg...Der Gipfel für mich war jedoch, als sie auch noch bei Blondi auf dem Sofa anbuckte. Das ging eindeutig zu weit. Blondi ist mir! Gott sei Dank hat Kiki vom Sofa aus den Teich entdeckt. Ich glaub sie hat ihr "Seepferdchen" gemacht. 

Der Koi jedenfalls fands "sch...ße".  Am Dienstag nach Pfingsten hat er erst mal den Teich gekündigt und wollte zum nächsten Ersten ausziehen.

Blondi konnte ihn noch einmal davon überzeugen, dass der Haus- und Heimberner ihn in Ruhe lässt. Wers denn glaubt. Also, wenn ich wieder auf Diät gesetzt werde... ich garantiere für nichts!

 

Alles in allem fand ich meinen Besuch jedenfalls einfach klasse. Das war ne richtig satte Abwechslung. Am besten gefiel mir, wie wir zu dritt die Küche eingenommen haben. Ich wusste gar nicht wie sportlich Blondi ist.

Schwungvoll hat sie die Berner übersprungen und das Essen gekocht. Es gab Spargel. Miam. Ich liebe Spargel. Deshalb habe ich meinen Blutsverwandten hiervon auch nichts abgegeben. Selbstessen macht fett!!

Gut etwas Mitleid hatte ich schon, als Nana (Mama) und Kiki meinen Fressnapf, in dem ich meine Spargelspitzen bekommen hatte, nochmals ausleckten. Hätte ich jetzt noch etwas Spargel gehabt, ich hätte es geteilt. Aber, was soll ich sagen? Es war alles weg. Leider.

 

Pfingstmontag sind die drei dann wieder Richtung Joldelund, nicht jedoch ohne die halbe Ausrüstung zu vergessen: eine wunderschöne Bernerdecke schmückt jetzt meinen Spielzeugkorb und eine Antifaltencreme wartet im Kühlschrank -über den Eiern- auf ihren nächsten Einsatz. Die Antifaltencreme hat mich schon ein wenig nachdenklich gemacht. Ich hätte nie gedacht, dass meine Mama ihre Pfoten schon in Cremtöpfe hängt. Und alles nur wegen der Ausstellung. Fällt das eigentlich schon unter unzulässiges "Doping"?. Ich werde jedenfalls schweigen wie ein Grab..

Keine Sorge Mama.

 

Nach Pfingsten hat Blondi wieder einen Termin in der Kleintierklinik ausgemacht. Sie fand, dass ich eine ausserordentlich  angereicherte Duftnote zwischen meinen "Hosen" trage. Ich hab dann einen Termin bei einer Spezialistin für Frauengeschichten gehabt. Und was fand die heraus? Das mit dem Frauwerden hat bei mir wohl nicht so richtig geklappt. Ich hab nämlich bis heute noch keinen Eisprung gehabt. Ist aber nicht weiter schlimm. Gibt sich wieder. So auch die Duftnote...

Allerdings hab ich jetzt angefangen in Blondis Bett und auf ihrem Sofa Nester zu bauen. Dorthin habe ich all meine Spielsachen gepackt. Und wenn ich mal das Nest verlassen muss, dann nehme ich immer meinen Tintenfisch (Stofftier) mit. Außerdem habe ich zur Zeit meine Trööötels unentlich lieb. Ich kann gar nicht mehr ohne sie schlafen, geschweige essen oder trinken. Nachts rücke ich ganz eng an Blondi heran. Die hat zwar Probleme bei dem wärmenden Kontakt ein Äuglein zuzumachen, aber dafür geht es mir dann um so besser. Blondi sagt, dass liegt am Prolaktin und nennt sich "Scheinschwangerschaft". Das tröstet mich allerdings nur wenig. Bin ich doch so klein und so matt.

 

Jetzt hab ich mich mal wieder ordentlich ausgeschüttet. Liebes Tagebuch, ich hab dich soooooo lieb. Deine Fiene, Schmuseberner.

 

Hildesheim, den 01.05.2016

Mein liebes Tagebuch,
heute haben meine Geschwister und ich Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch euch allen, ganz besonders mir....Ich hab auch ein Geschenk bekommen. Es hätte  ruhig mehr sein können!!! Aber gut  ich bin auch mit einem Spielzeug zufrieden. Gefeiert habe ich allerdings nicht. Ich war viel zu müde dazu. Wir sind nämlich erst gestern Abend aus dem Urlaub zurückgekommen. Dänemark hatten wir wieder im Programm. Dieses Mal war die Unterkunft absolut trandy und das Wetter? Alle hatten sie mich (uns) lieb.
Man ging es mir gut. Morgens, mittags und abends habe ich den Strand gerockt, Möwen gejagt,  totes Geflügel vor dem Dicken in Sicherheit gebracht und einen Seehund erschnüffelt. Der war allerings auch tot. Spielen war also nicht. Dafür habe ich Frisbyscheibe- und Ballholen gespielt.
Am vierten Tag hatte ich jedoch ein Erlebnis der besonderen Art:  Danach war nichts mehr wie zuvor...Nie wieder gehe ich mit Blondi früh morgens zu Fuß zum Strand!!!  Eigentlich war es bis dahin so, dass Blondi mich ins Auto lud, sodann im nahe gelegenen Brugsen Brötchen holte und schließlich mit mir zum Strand weiterfuhr, wo wir ein wenig spazieren gingen. Danach ging es zurück ins Haus, wo der Dicke bereits das Frühstück vorbereitet hatte und wir uns nur noch an den Tisch bzw. Futternapf setzen mussten. Am Mittwoch meinte Blondi allerdings, der Dicke könne ja auch mal Brötchen holen, während sie mit mir einen schönen Spaziergang machen würde. Gesagt getan. Also füllte sie eine meiner Wasserflaschen, warf sich in Schale und ging mit mir zu Fuß durch den Wald, über einen Dan1Acker, quer durch die Dünen und ab zum Strand. Dort legte sie noch einen kleinen Fußmarsch ein, weil  wir beide - O-Ton Blondi- etwas für unsere Figur tun müssten und danach das Frühstück noch viel besser schmecken würde. Eigentlich hatte ich schon jetzt keine Lust mehr zu laufen. Aber Blondi war mal wieder nicht  zu stoppen. Also liefen wir bis zur übernächsten Strandaufgangmarkierung und wieder zurück. Dabei jagte ich ständig der Frisbyscheibe hinterher, um mir auch ja mein Frühstück zu verdienen. Das macht natürlich durstig. Nachdem ich die Flasche Wasser fast 3/4 leer getrunken hatte, machten wir uns wieder auf den Heimweg ---so  dachte ich es jedenfalls.
In den Dünen, davon gab es reichlich, teilte sich plötzlich unser Weg. Selbstbewusst ging ich den -sprichwörtlich- rechten Weg entlang. Blöderweise nahm Blondi  den Linken. All meine Bemühungen sie zum Umkehren zu bewegen führten zu nichts. Erst machte ich gute Miene zum bösen Spiel, dann nahm das Schicksal seinen Lauf. In regelmäßigen Abständen versuchte ich Blondi zum RechtsabbiegenDan2 zu bewegen: Zuerst nach 1/4 Stunde quer über die Dünen, dann nach 1/2 Stunde quer über das nächste Feld, schließlich nach 1 Stunde über einen Schotterweg. Zuletzt  folgte ich ihr wie im Delir. Man hatte ich einen Hunger und vor allem Durst. Blondi schien es allerdings nicht besser zu gehen. Irgendwann saß sie völlig verzweifelt auf einem am Wegesrand liegenden Holzstamm und überlegte ob sie den Dicken um Hilfe bitten sollte. Aber noch war sie nicht bereit dazu!!!  Meine Wasserflasche in der Hand machte sie plötzlich Anstalten sich an meinen Kraftreserven zu laben. Schnell habe ich ihr klargemacht, dass ich die kleinere von uns beiden und damit die Schutzwürdigere bin. Also hat sie mir das Wasser gegeben und nach einer weiteren  Pause -jetzt waren wir schon 2,5 Stunden unterwegs-  den Dicken doch noch angerufen.  Kleinlaut hat sie ihn in den Raketvej  bestellt, ein solches Straßenschild hätte sie nämlich nach den Dünen gesehen.....Nach drei Stunden war der Dicke noch immer nicht da. Also liefen wir den Weg weiter, glaubte Blondi doch bald auf unsere Siedlung mit dem Ferienhaus zu stoßen. Man der schenk ich zu Weihnachten einen Kompass...Nach einiger Zeit rief uns  der Dicke  an. Den Raketvej den habe er zwar gefunden, allerdings könne er ihn nicht mit dem Auto befahren, der sei nämlich füt Autos Dan4gesperrt.... Dem Wahnsinn nahe meinte Blondi, dass der Dicke sich irren müsse, denn schließlich kämen uns ja Fahrzeuge entgegen.             Er solle doch einfach mal das Navi einschalten!!!             Schließlich erklärte sich Blondi bereit einen der nächsten Autofahrer anzuhalten und noch einmal nach dem Weg zu fragen, dann"hängte sie ein"!!!
Der Nächste kam bestimmt. Ein älterer Däne so um die 80....Fast hätte Blondi ihn im letzten Moment doch noch durchgewunken. "Graemvej" heiße die Straße hier, so meinte der Alte.  Sicherheitshalber ließ sich Blondi den Namen doch noch buchstabieren. Kleinlaut rief sie noch einmal den Dicken an. "Ach da seit ihr!" rief der aus, so dass selbst ich sein Erstaunen heraushörte. Daraufhin kündigte er sich für die nächste halbe Stunde an...
Tatsächlich dauerte es nochmals 20 Minuten, bis wir aufgelesen wurden. Über die Bundesstraße sind wir dann zum Fereinhaus zurück gefahren. Harald sei Dank...Früstück gabs um 13.00 Uhr....Danach hat Blondi auf morgentliche Brötchenholaktionen und Spaziergänge verzichtet. Ab da war nur noch der Dicke dran. Bis heute dürfen wir diesen Vorfall in Blondis Anwesenheit nicht erwähnen, sonst gibts Ärger. Ich bin nur froh, dass sie auf weitere Ausflüge dieser Art verzichtet. Noch nie hatte ich Brandsohlen wie an diesem Mittwochmorgen. Fast hätte ich meinen ersten Geburtstag nicht mehr Dan3erlebt und wäre vor Hunger und Durst im Graemvej verstorben (Ortschaft Graem, nicht Vester Husby, dort war das Fereinhaus).

Natürlich gab es noch weitere wunderschöne Urlaubstage, aber nichts war so außergewöhnlich wie dieser eine Morgen,
Deine (Jose-) Fiene.

 

Hildesheim, den 13.04.2016

 Mein liebes Tagebuch,

 

Meine Trööötels sind schon wieder fassungslos. Dabei ist doch gar nichts passiert.

Wir haben das gute Wetter genutzt und sind einmal wieder in den Zoo.

Jetzt, da ich deutlich größer bin als beim ersten Besuch, habe ich alles mit ganz anderern Augen -mit einer ganz anderen Nase!!- gesehen. Bei der Bootstour in Höhe Afrikas habe ich mit einem Hechtsprung versucht eine der vorbeischwimmenden bunten Enten zu kriegen. War ein bischen feucht das Ganze. Blondi hat mich noch an meinem Geschirr gegriffen, sonst hätte ich den angrenzenden Flusspferden Konkurrenz gemacht, vielleicht wäre ich auch zu den Giraffen geschwommen. Wer weiß.

Nach diesem ersten Adrenalinausstoß sind meine Trööötels schnellstens an den Boots-Kontrolleuren  vorbeigeschlichen, um nicht auch noch auf den feuchten Berner angesprochen zu werden. Beide befanden sich nämlich schon jetzt in einem Zustand äußerster Erklärungsnot.

 

Blondi musste sich dann auch erst mal beruhigen, so weiche Knie hatte sie. Schnurstracks ist sie zum nächsten Waffelstand und hat sich eine fette Waffel in Herzform mit Puderzucker und Kirschen bestellt. "Das beruhigt die Nerven" meinte sie noch. Dabei war auch ich etwas nervös.

Schließlich bin ich ja vor lauter Aufregung fast aus dem Boot gefallen.

Also hab ich einen  Augenblick der Unachtsamkeit meiner blonden Tröööteline ausgenutzt und mit einem riesigen Habs meine Psyche gestärkt und mich sogleich, in Erwartung einer fetten Standpauke über die Benimmregeln für Berner,  an die starke Seite meines roten Dicken geschmiegt. Aber, was soll ich sagen, es ist nichts passiert. Blondi noch immer schreckensstarr war so entkräftet, dass sie nicht einmal mehr schimpfen konnte. Gut so. Das Gezeter braucht kein Berner. Ich also auch nicht.

 

Danach sind wir zu den Löwen, den  Elefanten und den Eisbären.

Respektvoll habe ich mir die Kraftpakete aus der Ferne angeschaut. Dann aber kamen wir an dem Gehege der Schneeeulen vorbei. Man war das vielleicht interessant. Du weißt doch, ich steh auf Geflügel ....

Drei große Federpuschel saßen da. Zwei oben im Gehege, einer unten auf einem Baumstumpf nahe dem Boden. Alle Drei schauten gelangweilt durch die länglichen, in einem Abstand von vielleicht 5 cm gezogenen dünnen "Gitterstäbe". So schätzen jedenfalls meine Dosenöffner die Umgrenzung ein. Also hielten sie ein kleines Schwätzchen über die gefiederten Raubvögel ohne sich weiter Gedanken auch um mich zu machen.  Also bin ich an die "Gitterstäbe" näher ran. Schnuppernd ging ich immer näher, presste meine Schnauze an die Einfriedung  und oh Wunder "Sesam öffne dich" gaben die "Stäbe" nach und ich konnte meinen Kopf durch das Gitter bis hin zur Schneeeule auf dem Baumstumpf strecken. Nase an Schnabel habe ich mich mit dem Federpuschel bekannt gemacht und ihr meine Sympatie bekundend ordentlich über die Wange geschleckt. Erst jetzt merkten meine Trööötels, dass ich kurz davor stand Bruderschaft mit einer Schneeeule zu schließen. Schnell zog Blondi mich wieder durch die Abgrenzung zurück. Adrenalin pur kann ich nur sagen. Leichenblass musste Blondi erkennen, dass die dünnen "Stäbe" tatsächlich gespannte Drähte waren, die dem Druck meines Körpergewichtes nachgegeben hatten. Still und stumm stand das Ende meiner Leine Sekunde um Sekunde -wie meine Freundin die Schneeeule, die sich von meinem Besuch nicht aus der Ruhe hatte bringen lassen- einfach nur da. Plötzlich wie auf Kommando setzten  meine Trööötels im Galopp den Zoobesuch in Richtung Ausgang fort. Wie von Geisterhand, ohne sich auch nur umzublicken,  war der Zoobesuch zu Ende. Erst im Auto brach die Stille.  Übereinstimmend gelangten meine Trööötels  zu dem Schluss, dass wir uns glücklich schätzen können, dass weder dem Weißen- noch dem Trikolore-Puschel etwas Schlimmes passiert ist.

Per Trööötel-Beschluss wurde der nächste Zoobesuch von einem erfolgreich absolvierten Benimmkurs für Hunde abhängig gemacht. Wenns denn hilft....

 Deine Fiene, Dutzfreundin eines Schneepuschel.

 

Hildesheim, den 05.04.2016
Mein liebes Tagebuch,

seit meinem letzten Eintrag ist sehr viel passiert: Meine Läufigkeit hat mir ganz schön zugesetzt. Ich wusste gar nicht was mit mir passiert.  Ständig Bauchweh und dann noch das viele Blut. Im Haus musste ich  sogar ein Höschen mit Einlage tragen. Igitt war das lästig. Und dann war da noch die Spielabstinenz mit meinen Freunden Sammy, Timmy, Pepper, Balu und Eddy. Keiner meiner Freunde durfte mit mir spielen und schon gar nicht das beliebte "Hütchenspiel". Auch in die Hundeschule durfte ich nicht. Eddy, seit meiner Läufigkeit auch "Nachbars Lumpi" genannt,  hat jaulend gesabbert und war völlig neben der Spur. Noch jetzt steht er unter Hypnose, als hätte er der  Schlange Ka von Walt Disney in die Augen geschaut, wenn er mich riecht. Auch wenn ich heute alles weitestgehend überstanden habe.
Blondi hat jedenfalls versucht mich reichhaltig zu trösten. Erst ist sie mit mir auf Mädelstour gegangen und dann  hat sie mir sogar einen riesigen Knochen von einer Fleischerei besorgt, damit ich nicht in tiefe Depressionen verfalle. Dumm nur, dass sie darüber vergaß wie allergische ich doch im Magen bin.Fiene mit Knochen Die darauf folgende Nacht hatte es dann auch in sich (es sind immer die Nächte, in denen ich meinem Unwohlsein freien Lauf lasse..). Also wie soll ich es beschreiben? Ich hatte wieder Flitzeprobleme. Und ich hatte mein Höschen an...Es war eine ordentliche Schweinerei und die Details, die erspar ich mir hier Jedenfalls von einem "freien Lauf" konnte nicht die Rede sein.....Hilfesuchend habe ich mich so gegen 3.30 Uhr an Blondi gewandt und bin erst mal in ihr Bett geschlichen. Sie ist dann auch sehr schnell aufgewacht. .....Was solls...... Es hatte etwas von einem schlechten Film. Erst wurde ich nach unten verfrachtet, dann bekam ich das Höschen ausgezogen, den Poppo, die Beine und den Schwanz gereinigt und dann wurde ich mitten in der Nacht  nach draußen gesetzt. Nach etwa 5 Minuten flog die Tür auf und  der Dicke stolperte schlaftrunken hinterher. Gemeinsam sind wir dann in der Furcht unserer Herrin erst 2 Stunden später wieder nach Hause geschlichen. Und was soll ich sagen? Alles war wieder wunderschön. Es duftete sagrotansauber. Die Flurwand und das Vertiko waren wieder wie neu und auch frisch geölt (jedenfalls das Vertiko). Und Blondis Bett war mit neuem Bettzeug ausgestattet und frischem Bettbezug bezogen und ich bekam ein neues Ersatzhöschen mit frischer Einlage um. Ich habe es gern rundum sauber. Deshalb liebe ich es ja ja hier. Den Rest der Nacht habe ich dann in Blondis Bett verbracht, schließlich finde ich nur Trost bei ihr.

Die Nacht hatte allerdings zur Konsequenz, dass mein Riesenknochen gepfändet wurde und nunmehr im Carport außer meiner Reichweite abgelegt ist. Ich schau aber jeden Tag nach, ob er noch da und vielleicht schon ein Stückchen näher gekommen ist und wenn ich Glück hab setze ich meine Knochensession fort...

Dann war da noch mein Besuch bei Frau Dr. Kraftzell der Chefin  der Kleintierklinik Hannover. Sie hat auf ausdrückliche Nachfrage meiner wieder mal sorgenvollen Trööötels gemeint, dass meine Rubensfigur grundsätzlich nicht beanstandungswürdig sei, jedenfalls dann nicht, wenn ich vier Monate älter wäre. Zum jetzigen Zeitpunkt müsse ich allerdings deutlich kürzer treten. Über den Einwand meines Dicken, ich sei doch ein "genau richtig dicker Berner" konnte sie nur müde lächeln. Dabei finde ich, steht ihr diese Kritik an meiner Taille nun ernsthaft nicht zu. Sie sollte sich erst mal an ihren eigenen  Korgi fassen, der mit ihr die Visite bei mir machte und gegen den ich wie ein schlankes Reh wirke. Und das ist nicht allein mit der anderen Rasse erklärt. Das sag ich mal der Cheffin. Meine Trööötels sind jedenfalls wieder auf Hüftgoldjagd. Erstens werde ich ständig durch den Wald bewegt, zweitens bekomme ich wieder nur 350 Gramm meines Hundefutters und letztlich werde ich mittags mit rohen Möhren (auf Anraten von Frau Dr. Kraftzell) abgespeist, während meine Trööötels sich die köstlichsten Speisen reinschaufeln. Insbesondere Ostern war schlimm. Es ging mir schon mal besser. Aber alles rächt sich irgendwann. Spätestens, wenn ich mit leichtem Hüftschwung über den Strand hechte und meine Trööötels vor Gewichtigkeit im Sand versinken.

So, jetzt wo ich ans Essen denke knurrt mir wieder die Plautze. Ich schau mal in der Küche nach, ob nicht doch noch eine Möhre übrig geblieben ist.
Deine Fiene, die Speckschwarte

 

Hildesheim, den 06.03.2016

Mein liebes Tagebuch,

 

Ich wache morgens auf und das Leben ist schön!!!  Mein Fuß ist wieder in Ordnung, die Giardien sind weg (jetzt besuchen sie gerade Frieda und Eddie hat auch schon Durchfall) und das Wetter ist sch..ße. Was will man mehr?

 

1FieneNach meiner Genesung habe ich mich wieder mit Frieda verabredet, war in der Hundeschule und habe "just for fun" meine Notfallnanny besucht. Blöd war nur, dass Steffi (Friedas Frauchen), Christiane (Hundeschullehrerin) und  Ingrid (meine Nanny) übereinstimmend der Auffassung waren, dass ich ziemlich rundlich geworden sei. Dabei wiege ich nur 35 Kilo. Erst hat Blondi mich mutig gegen die Angriffe auf meine Tailie verteidigt, aber seitdem sie "Mik Jagger" vom Amtsgericht getroffen hat (siehe Tagebucheintrag vom 4. Advent), hat sie mich auf Diät gesetzt. Zur Begründung meinte sie nur, sie wolle jegliche Ähnlichkeit meinerseits mit diesem Barden vermeiden. Hat sie gesagt...  Jetzt knurrt mir der Magen, dass ich kaum noch aus den Augen gucken kann. Am liebsten würde ich meine Angel am Teich auswerfen und den fetten Koi vertilgen. Fisch mag ich nämlich gern und setzt auch nicht so an.

 

In meiner Not habe ich schließlich versucht, bei meinem letzten Ausflug mit der Nanny im Hofkaffe Marienburg, eine Geflügelbeilage zu erhaschen.

Saß doch da ein kleines Rotkelchen auf einem Stein. Sofort habe ich "Habs" gemacht und schon war es in meinem Mäulchen. Aber noch bevor ich die 20 Kilokalorien  meinem täglichen Ernergiebedarf hinzurechnen konnte, war das halbe Hofkaffee hinter mir her..... Nanny hat mir dann unter Mithilfe des Hofkaffeeinhabers, das Geflügel aus dem Maul genommen, weil sie noch ein Törtchen mit Kaffe2Fiene bestellen wollte und fürchtete ebenfalls auf Diät gesetzt zu werden. Schließlich hatte sie mit Nele, meiner Vorgängerin, dort schon einmal einen ebenso bleibenden Einduck hinterlassen. Auch Nele muss damals auf Diät gewesen sein. Hatte sie sich doch ein Maranshuhn des Inhabers zum Abendbrot gegriffen. Das hat den Berner aber nicht überlebt!!!  Anders mein Rotkelchen! Das saß nachher völlig paralysiert auf der Balkonbrüstung und wurde vom Inhaber vor weiteren Angriffen meinerseits bewacht. Zum Schluss hat sich Nanny die Plautze voll geschlagen und der kleine Berner ging mal wieder leer aus.

Also musste ich mir etwas neues überlegen. Die Chance kam abends. War doch vom gemeinsamen Frühstück mit Freunden, Blondi hatte Rührei gemacht, etwas Schnittlauch übrig geblieben. Diesen hatte sie in einem Glasschälchen auf die Küchenablage gestellt um ein Omlett zu machen.

Noch bevor sie die Eier aus dem Keller nach oben transportiert hatte, hab ich mich an dem duftenden Grün zu schaffen gemacht. Leider ist das Glasschälchen samt Inhalt auf den Küchenboden geknallt und  in 1000 Splitter zerschellt. Omlett fiel erst mal aus. Beilage (für mich) ebenfalls. Zeternd hat Blondi erst mal die Küche saubergemacht und den Dicken zur Strafe (er hatte angeblich nicht auf mich aufgepasst) nach draußen zum Hundegassigehen abkommandiert.

Leider hatte sie noch immer kein Einsehen mit meinem Hüngerchen. Also hab ich mich des Nachts über ihre besten Socken hergemacht.

Schweißquanten kriegt sie jetzt bestimmt nicht mehr, so viele Löcher wie das drin sind. Da hat es ihr endlich gelangt! Jetzt bekomme ich ca. 50 Gramm Hundeflocken mehr. Mir reichte es leider immer noch nicht....

Also hab ich mich unter die Vogelschar im Garten gemischt und erst einmal einen  Knödel herzhaft verspeist, Flitzekaka inbegriffen. Blondis Reaktion erspar ich mir hier.....3Fiene

 

Tja, und vor Aufregung um meine Figur bin ich jetzt auch noch "läufig"... Man hatte ich Verehrer in der Hundeschule. Viel gelernt haben die Jungs in der Stunde nicht. Von so vielen Verehrern kann Blondi jedenfalls nur träumen. So gut geht es mir.

Oh ich hör gerade die Töpfe in der Küche klappern. Da muss ich unbedingt Position beziehen, vielleicht fällt ja etwas hin....

 

Ich halte dich auf dem Laufenden, dein pelziger Vogel Fiene, Schmachtberner.

 

Hildesheim, den 15.02.2016

Mein liebes Tagebuch,

heute war ich das letzte Mal zum Verbandwechsel in der Kleintierklinik Hannover und der Verband ist endlich ab. Zwar ist mein Fußballen noch nicht ganz in Ordnung, aber ich darf jetzt endlich -mit Schuh- wieder schöne Spaziergänge machen , raufen und zur Hundeschule gehen! Japp!!! Ich werde alles nachholen was mir entgangen ist.

Und heute habe ich schon angefangen: Trotz Schneeregen hat Blondi mich von der Leine gelassen.FieneA Pech für sie und Glück für mich. Da war doch glatt ein Superduft in meiner Nase. Alte Strategie her: Zurückfallen lassen... sobald  Blondi nach mir schaut ein nettes, unschuldiges, vor allem desinteressiertes Gesicht machen und... kaum dass sie sich wieder ihrem Fortkommen widmet, Gas geben auf den Rücken schmeißen und in einem "Erste Sahne" Rehköttelhaufen wälzen bis der ganze Bart scheißegestärkt in alle Richtungen steht. Was für ein Styling... Das macht mir so schnell keiner nach. Man gehts mir wieder gut.

Obwohl ich gern in die Kleintierklinik gehe. Schließlich reißen sich meine Häufispezialistin Dr. Buschtöns und meine Impffreundin Dr. Becker darum wer mir die Plautze kraulen darf. Ich liebe sie beide seeehhrrr....Auch wenn Frau Dr. Becker liebevoll "Montagshund" zu mir sagt. Ich pflege halt meine Kontakte. Ganz besonders die zu meinen Spezialistinnen. Ich hab mir auch gleich wieder einen Kontrolltermin in 10 Tagen geben lassen. Ich lege halt Wert auf mein Äußeres. Auch mein Inneres ist mir wichtig. So waren doch glatt meine Flitzehäufchenfreunde, die Giardien wieder da. Frau Dr. Buschtöns hat denen  wieder ordentlich eingeheizt. Jetzt laufen sie weg, wenn sie mich nur kommen sehen. Allerdings hat Dr. Buschtöns gemeint, ich solle mal meinen Freundeskreis überdenken. Wahrscheinlich gäbe es irgendeinen "verlausten Vogel" dessen Immunsystem Giardien hegt und pflegt und selbst kein Flitzehäufi kriegt. Diesen Lümmel solle ich von meiner Freundesliste streichen. Das ist alles leichter gesagt als getan. Schließlich bin ich äußerst kommunikativ. Da kann ich auf keinen meiner Freunde/innen verzichten, auch nicht auf den "verlausten Vogel". Vielleicht finde ich heraus wer dieser Dreckspatz ist, dann empfehl ich ihm/ihr meine Spezialistinnen. Die freuen sich immer, wenn sie von mir und meinen Freunden hören.

Auch meine Notfallnanny hat nach mir gefragt und bei der Gelegenheit Blondi eingeredet, dass es ein Notfall sei, wenn ihr kranker Berner sich vor lauter Fußruhe langweilt. Also hatte ich einen wunderschönen Nannytag.FieneFriedaB Auch Frieda und Steffi haben sich regelmäßig  nach meinem Befinden erkundigt. Steffi kann nämlich kaum noch die schlechte Laune von Frieda ertragen, die an der Leine kräftig zieht und lautstark meckert sobald sie in die Nähe unseres Hauses kommt. Morgen will Blondi grünes Licht geben, so dass wir uns Nachmittags wieder verabreden können. Und Freitag? Da ist wieder Hundeschule angezeigt. Christiane Nothe, meine Lehrerin,  legt Wert darauf  dass ich schnellstens wiederkomme. Meinen Mitschülern und ihr macht die Schule nämlich ohne mich nur halb so viel Spaß!!
Es wird also eine Runde Woche.
Bis bald, Deine Montagshündin Fiene.

 

Hildesheim, den 31.01.2016
Mein liebes Tagebuch,

schlecht geht es mir. Ich bin krank.
Am Samstag hat es fürchterlich gestürmt. Deshalb sind Steffi, Blondi, Frieda und ich nicht in den Wald gegangen sondern auf den besfestigten Wegen und Bürgersteigen geblieben. Erst hat es Spaß gemacht, aber dann habe ich in etwas scharfkantiges getreten. Erst konnte Blondi nicht erkennen was es war. Aber zu Hause angekommen fing plötzlich mein rechter Hinterlauf heftig zu bluten an. Barbara diagnostizierte dann auch einen Schnitt quer durch meinen Mittelzehballen. Also Frühstück fiel erst mal aus, für alle! Kleintierklinik Hannover stand wieder auf dem Programm. Blondi hat mich nämlich sofort  wieder telefonisch angemeldet. Dort angekommen wartete auch schon Frau Dr. Buschtöns auf mich. Die läßt sich nämlich am Wochenende  immer zum Notdienst einteilen, weil sie weiß, dass ich jederzeit kommen kann!!! Als sie dann auch hörte ihr Lieblingsberner sei unterwegs, hat sie sich gleich für mich eingeteilt, jawoll!!!! Sie hat mich ja so lieb...  Nach einem Desinfektionfußbad hat sie dann auch gesehen, dass mein Zehballen nicht nur quer durchschnitten sondern abgetrennt ist und nur noch an einem seidenen Faden hängt. Nähen ist nicht.. Also habe ich einen dicken Jodverband und Schmerzmittel bekommen. Darüber hinaus hat meine Ärztin mir eine 14-tägige Ruhe und Schonung verschrieben bis eine neue Haut über die Wunde gewachsen ist. Montag ist dann erst mal Verbandwechsel angesagt. Da bin ich dann wieder bei meiner Häufi- und Fußspezialistin.
Auf dem Nachhauseweg konstatierte Harald nur "Unser Berner läßt auch nichts aus!" Das war jetzt nicht nett!  Gleichwohl  haben wir einen Umweg über den "Fressnapf" gemacht. Blondi meinte nämlich, dass ich unbedingt Spielzeug benötigen würde, um nicht depressiv zu werden, wenn ich nicht raufen kann. Ich hab dann auch ein sog. Intelligenzspielzeug bekommen...Ei, pfui bah!!! Wie sie auf diesen Schmarren gekommen ist, weiß ich nun wirklich nicht. Der  Kasten steht im Wohnzimmer vor meinem Canapè und riecht  fürchterlich lecker nach meinem Futter. Aber meinst du , dass Sch..ßding gibt das Futter  her?  Oberblöd!!! Nur den oberen Deckel den krieg ich gut auf,  die Schubladen sind immer noch mit meinem Futter voll. Und Blondi findet es auch noch komisch, wenn ich völlig angespannt vor dem Kasten stehe. Hat sie eigentlich nicht bedacht, dass ich auch in Depressionen verfallen kann, wenn ich mein Futter nicht aus diesem Kasten kriege????
Also was hab ich gemacht? Kommt Zeit kommt Futter: Ein kleiner Rundgang durch den Garten. Mauer leer...........Den Fehler wiederholt Blondi wohl doch nicht. Aber das Vogelhaus bot eine unvergleichlich gute Alternative. Aufgestellt auf den Hinterläufen, die Schmerzen ignorierend, hab ich mich  an dem riesigen Niedersachsen-Vogelhaus zu schaffen gemacht. Eine Erdnuss nach der anderen, eine Vielzahl von Sonnenblumenkernen und ein bißchen Haferflocken wanderte in mein Bäuchi. Blöd ist nur, dass meine Missetat nicht unentdeckt bleiben wird. Denn, wie du weißt, was reinkommt, kommt auch wieder raus. Hoffentlich will das Snickers nicht schon in der Nacht raus, dass könnte trotz meines bedauernswerten Zustandes richtig Ärger geben...

Deine kranke, angeschlagene, bemitleidenswerte, immer noch hungrige, traurige und fast jetzt schon gefiederte Fiene

 

Hildesheim, den 18.01.2016
Mein liebes Tagebuch,

jetzt hab ich mir  gerad den Respekt des Dicken erkämpft und schon wieder hab ich "verschissen". Nun, es ist viel Schnee gefallen. Da liebe ich es bei kalter, frischer Luft und Sonnenschein spazieren zu gehen. Mit Hummeln im Hintern halte ich es  zu Hause nicht mehr aus. So hat sich denn der Dicke aus seinen Puschen gepellt und ist endlich mit mir in Richtung Wald gelaufen. Dabei sind wir bei Frieda vorbei gekommen. Martin war gerade dabei den Gartenzaun zu flicken. Den hatte Frieda nämlich erlegt, weil sie lieber mit mir zusammen sein wollte als mit ihren Tröööteln. Der Dicke hatte sie schließlich beim Abgang  erwischt und sofort nach Hause gebracht. Und jetzt musste Martin nach Ansage seiner Chefin Steffi das Loch zwischen Zaun und Haus flicken.
Frieda und FieneWie gesagt, wir kamen mal wieder vorbei. Und wie es der Teufel will: Frieda war auch im Garten und kaum zu bremsen....außer Rand und Band. Natürlich hat mir meine Freundin leid getan. Also hab ich sofort Gas gegeben und bin  mit dem Dicken am Ende der Leine ums Haus herum gerannt, um zu Frieda Darling zu kommen. Der Dicke hatte so seine liebe Not das Tempo zu halten. War ja schließlich glatt. Leider war vor Friedas Haus ne "kleine" Eisfläche...Ich hörte nur nen Rumms, dann wurde es am Ende der Leine schon ein wenig schwer.  Ohne mich hiervon beeindrucken zu lassen  bin ich mit meiner "Last" weitergerannt...... bis der Dicke wohl loslies. Erst nachdem ich Frieda begrüßt hatte konnte ich sehen, wie der Dicke auf allen Vieren Richtung  Martin kroch. Beide haben dann  erst mal ihr schweres Schicksal beklagt:  Martin, weil er bei Eiseskälte handwerkern sollte, Harald, weil er ein Frösteköttel ist und  Schwimmübungen auf Eis einfach nicht mag.  Zwar hat Steffi sich erst mal ausgeschüttet vor lachen.  Für mich war allerdings der Ausflug sehr bald zu Ende, weil dem Dicken die Handflächen und das Bäuchi weh taten. Zu Hause musste ich dann erst mal eine ordentliche Schleimspur hinterlassen, damit nicht wieder Joldelund buchstabiert wird.

Schließlich  hab ich mich an Blondi herangeschmissen. Die hat mich dann auch geherzt und beschmust. Leider hab ich es wohl auch hier übertrieben. Ich liebe es beim Schmusen ein Stück Stoff oder Ähnliches  mit den Zähnen zu beknabbern. Je nach Wohlfühlgrad kann diese Procedur auch mal heftiger abgehen. Ich denke da so an die Bettbezüge meiner Trööötels. Auf dem Sofa liegend habe ich bei Barbara voll intensiv angebuckt und genüßlich meiine Zähnchen aktiviert.  Und wie es der Teufel will, da waren doch glatt ein paar blonde Haarsträhnen dazwischen!! Als Blondi aufstand sah ich es schon: ein Schädel wie Moritz von Wilhelm Busch. Das Büschel stand senkrecht auf dem Kopf. Der Rest war noch auf dem Sofakissen.  Schon wieder hatte ich Ärger. Dabei meinte heute die Friseuse, wenn das wächst macht das bestimmt irgendwann einen schönen Hinterkopf. Jetzt ist Blondi gerade nicht für mich zu sprechen.

Tja und um das Ganze abzurunden, habe ich gestern auch noch das  im Carport auf der Mauer großzügig verteilte Vogelfutter, bestehend aus leckeren Erdnüssen und geschälten Sonnenblumenkernen, bei Gelegenheit (Kurzausflug im Garten)Fiene1 vertilgt. Und zwar alles.... so ca. 1 kg.....Barbara meinte dann doch  zu Harald, die Vögel müssten ziemlich hungrig gewesen sein, weil die Mauer so blankgeputzt aussähe....Nun ja, ganz schön blond... Leider konnte meine Missetat nicht unentdeckt bleiben. Denn was rein kommt, kommt auch wieder raus. So hab ich denn heute in der Früh beim Spaziergang mit dem Dicken   ein Super-Häufi hinterlassen das, O-Ton Harald, aussah wie ein Riesen-Snickers mit ganz viel Nüssen und ein wenig Schokolade. Damit nicht genug, noch weitere FÜNF Riesenhäufi gleicher Konsitenz haben ihren Weg nach draußen gefunden. Jetzt weiss auch Blondi, das ihre gefiederten Freunde hungrig zu Bett gegangen sind. Ihr Blick ruht schon wieder stechend in meinem Rücken!
Ich fürchte, in Zukunft werde ich wohl  ohne die Zusatzration auskommen müssen. Blondi hängt nämlich jetzt Knödel auf. Bis ich die mit einem Sprung erreiche, werde ich wohl noch etwas wachsen müssen.

Hungrig und ohne Zusatzration geh ich jetzt erst mal zu Bett. Gute Nacht, Dein Schleckermäulchen Fiene.


Hildesheim, den 03.01.2016

Mein liebes Tagebuch,

 

seit meinem letzten Eintrag ist so viel passiert. Frieda ist seit dem 23.12. läufig. Dabei hätte ich gedacht, dass sie noch etwas Zeit hat.

Schließlich sind wir beide gerade 8 Monate alt. Jetzt achtet Steffi strengstens darauf, dass Frieda keinem Rüden begegnet bzw. diese mindestens an die Leine kommen, wenn wir beide an ihnen vorbei stolzieren. Dann dürfen auch wir nicht frei herumlaufen. Frieda nicht, damit es keine kleinen Friedas und Freddys gibt; ich nicht, damit Frieda schleunigst mitkommt. Dabei finden wir die "Jungs" doch sooo toll.

 

Toll war es die letzte Zeit auch im Wald. Steffi, Frieda, Blondi und ich sind täglich mindestens zwei Stunden tief im Wald herumspaziert. Bei einem dieser Ausflüge habe ich die zwei Damen dann auch

niedergestreckt:  Steffi  hab ich mit meinem Gewicht eins vor die Kniescheibe gegeben, so dass sie jetzt dem blau/braun/gelben Ei auf demselben die Voltareneinheiten gibt und Blondi hab ich einen dicken Ast in die Kniekehle gerammt, so dass sie sich in der Horizontalen wiederfand. Beide sind dann aufeinandergestützt nach Hause gehumpelt.

Gott stellen die sich an!!

Nach eine kurzen Pause von zwei Tagen, sind wir dann wieder zusammen in den Wald. Da hat es dann plötzlich himmlisch geduftet. Mit meinem Rüssel auf der Erde habe ich schließlich Rotwild aufgeschreckt. Sogleich bin ich hinterher. Nicht das ich zu schwer gewesen wäre. Und Ausdauer hatte ich auch. Hektisch mit den Armen wedelnd hat sich Blondi tierisch aufgeregt und versucht durchs Dickicht hinter mir herzuhechten. Nun ja, die Schattenseiten ihrer Keksorgien haben ihr den Rest gegeben. Sie ist dann wohl auch in einem Laubhaufen stecken geblieben. Am Ende war ich doch nur 5 Minuten weg. Schweißnass hat Blondi sich dann  bei den Waldgeistern für meine Rückkehr bedankt, mich sogleich an die Leine genommen und gemeint, dass ich von all ihren Bernern eine echte Ausnahmeerscheinung und ein echter Jagdberner sei. Jetzt machen wir immer Hundeschule sobald wir den Wald erreichen, damit ich abgelenkt werde. Und wenn ich, wie vor ein paar Tagen, dann doch eine frische Blutspur entdecke oder sonst zu intensiv an der Erde, an Zweigen und Baumstümpfen schnüffel, dann werde ich immer an die Schleppleine genommen, weil Blondi Angst vor dem Jäger hat. Es ist doch gut zu wissen, dass sie sich bei all den Aufregungen auch um mich sorgt.

 

Tja und dann war da noch Weihnachten mit einer großen Tanne, vielen Gästen und wunderbar riechendem Gänseessen. Das war alles ganz nett. Bis die Tanne in Ohnmacht fiel. Man war ich froh, als Blondi ins Wohnzimmer schnellte. Dachte ich doch sie würde der Tanne Erste Hilfe spenden. Mit "Nichten" und "Neffen": Stattdessen hatte sie mich wieder im Visier.

Dabei kann ich nichts dafür, wenn son blöder Baum nen niedrigen Blutdruck hat. Und die paar Kugeln, die kann man auch durch was Modernes ersetzen!!! Immer dieses Gezeter. Und immer soll ich es gewesen sein.Weihnachtsengel

Dabei sollte Blondi mal näher hinschaun, dann kann sie sehen, dass die "Grüne" von selbst schwächelt: Jetzt wirft die auch noch ihr Fell ab.

Für den Fall, dass die Waldleiche demnächst im Gerippe dasteht, kann ich mir jetzt schon mal eine Notlüge ausdenken, bevor Joldelund wieder auf dem Programm steht....

Apropos Joldelund: Die durchlaufenden Posten hab ich zwar nicht wiedererkannt, aber ihre Verwandten die rochen vielleicht lecker. Leider hat Blondi mir Gänseessen verboten, weil mein Häufi jetzt endlich vom Straßenpflaster zurücktickt. Aber Maureen war da, die hat mich mit dem Nötigsten versorgt.

Ein Weihnachtsgeschenk hatte ich auch. Ein Stück Hirschgeweih aus einer echten Hamburger Hundeboutique. Man das hatte vielleicht Klasse. Leider hab ich es schon erledigt, so dass ich nur noch die Geweihreste vom Discounter habe. Aber ich werde Blondi schon davon überzeugen, dass ich etwas mehr Hamburger Flair benötige, um mich weiterhin  gut zu entwickeln. Schließlich hat bei einem unserer letzten Spaziergänge eine Joggerin zu ihr gemeint, dass ich doch sehr hübsch sei, so dass Blondi direkt zwei Zentimeter größer geworden ist. So etwas passiert ihr mit dem Dicken nicht. Sie sollte mich daher weiter pflegen, damit sie über sich hinaus wächst...

 

Sylvester war  o.k.. Die Knallerei hab ich wohl zur KIenntnis genommen, aber eher aus Neugierde, denn aus Angst. Gegen 20.00 Uhr haben mich meine Trööötels dann hoch in den Söhrer Forst gefahren, damit ich in Ruhe meinen abendlichen Spaziergang machen kann. Das war vielleicht irre. Mit Taschenlampen bewaffnet sind wir durch einen richtig großen, tiefen und dunklen Wald gegangen. Wenn ich es nicht besser wüsste, könnte ich meinen, Blondi  hat vor Angst mit den Zähnen geklappert.

Vielleicht war ihr aber auch nur zu kalt... Auf dem Rückweg haben wir dann die Raketen, Leuchtkugeln und anderes Feuerwerk über dem Hildesheimer Himmel beobachtet, was ich richtig interessant fand.

 

Am 01.01. sind Blondi und ich dann in der Dämmerung am Waldrand spazieren gegangen. Da hat uns doch glatt eine große, dunkle, männliche Gestalt verfolgt. Immer wenn Blondi stehen blieb, dann blieb der Dunkle auch stehen. Wenn wir weiter gingen, tat er es auch. Blondi war schon ganz mulmig im Bauch. Da wurde es mir zu bund. Als Blondi wieder stehen blieb, nach hinten schaute und auch der Kerl plötzlich stehen blieb und an seinem Schuh nestelte habe ich mich breitbeinig in Richtung des Mannes aufgebaut und angefangen zu knurren. Blondi hat mich dann eng an sich heran gezogen und abgewartet was der "Kerl" jetzt macht. Als er dann näher kam, hab ich meines bösestes Knurren rausgekramt was ich zur Verfügung habe. Sogar die Zähne habe ich gefletscht. Der Kerl ist dann auch schnell und immer wieder zu mir schauend an uns vorbei gegangen. 

Erst danach  habe ich meine Showeinlage beendet. Sofort sind wir nach Hause gegangen, wo wir dem Dicken von dem dunklen Mann erzählt haben.

Man hat der mich gelobt. Sogar  eine extra Portion Hundefutter habe ich bekommen. Du glaubst es nicht, aber jetzt darf ich zu beiden Trööötls ins Bett, so stolz ist der Dicke auf mich. Der Martin Rütter würde mir wahrscheinlich den Marsch blasen, wenn er das wüßte. Aber der kümmert sich ja jetzt um die Wölfe und nicht so sehr um meine Kumpels und mich...

 

So jetzt gibt es Futter, da kann ich nicht länger schreiben, da muss ich einfach weg!

Ohne Zeit, Dein Kampfberner Fiene

 

Hildesheim, der 4. Advent 2015

Mein liebes Tagebuch,

Barbara ist mit ihrem Latein am Ende. Heute meinte sie zu mir, dass ihre Nehmerkapazität aufgebraucht sei. Ich müsse mich endlich besser benehmen.
Aber alles der Reihe nach:

Der 3. Advent hatte es noch ordentlich in sich. Wär mir nicht so übel gewesen, hätte ich meinen Eintrag von letzter Woche noch um ein paar Zeilen erweitert. Denn, nachdem Blondi ihre schlechte Laune mit Weihnachtsliedchen wieder besänftigt hatte, fing sie an Plätzchen zu backen. Die Besten, Mandarinen-Erdnuss-Streifen kamen zum Schluss dran und wurden schließlich noch mit einem 400 gr. Zartbitterschokoguss mit 70 % Kakaogehalt überzogen. Man wie das roch... und ich war noch von meinem Flitzehäufi ziemlich leer im Bäuchlein. Schließlich hatte mich Blondi auf Haferflocken mit Wasser gesetzt. Was soll ich sagen, der Dicke war in seinem Zimmer trainieren und Blondi hatte Wäschedienst, und ich? Ich war ganz allein!! Als Blondi wieder hochkam und es sich gerade gemütlich machen wollte, hat sie mich in flagranti hoch aufgebockt an der Küchenzeile und weit über die Schokiplätzchen gebeugt erwischt. Ein halbes Blech hatte ich schon verschleckt. Die Schnute noch reichlich mit  Schokolade umkringelt hat sie mich aus der Küche geschmissen.
Statt mir auch mal was zu gönnen und mir meinen Schokifrieden zu lassen, hat sie wieder die Kleintierklinik in Hannover angerufen und mich angemeldet, wegen dem Theobromin.  Binnen Sekunden sind sie und der Dicke mit mir ausgerückt. Der Dicke mit Sporthose, die Blonde im Keks/Mehlhosen-Outfit und ich im Schokoladenrausch, so sind wir über die Autobahn geprescht. In der Kleintierklinik angekommen, hatte dann auch Frau Dr. Buschtöns, meine Häufispezialistin, Notdienst. Sie hat mir dann eine "Rückwärtzspritze" gegeben. Blondi und sie haben dann die Kekse, Haferflocken und Schokolade (sah richtig viel aus und roch auch noch immer wie auf dem Blech) vom Fußboden aufgewischt und entsorgt. Man war mir schlecht...Und weil es so schön war, hat mir Frau Dr. Buschtöns auch noch eine 0-Diät für den Abend verordnet. Manchmal kann ein Bernerleben ganz schön schwer sein.
Blondi hat dann noch etwas Flitzehäufi vom Morgen bei Frau Dr. Buschtöns abgegeben, um die Ursache für meinen etwas delikaten Stuhlgang zu finden. Aber da war nichts. Nicht mal meine Freunde die Giardien waren noch da.  Also hat mir Frau Dr. Buschtöns Hills Z/D Allergy Skin Care  für Hunde mit Futtermittelallergie verordnet.  Und jetzt knallen meine Häufis auf den Boden wie Briketts. Flummis sind sie zwar immer noch nicht, aber  zufrieden ist Barbara trotzdem. Ich weiß gar nicht warum meine Trööötels danach noch immer miese Laune hatten. Schließlich haben sie es immerhin bis 22:00 Uhr nach Hause geschafft, so dass sie den Krimi auf dem Zweiten noch sehen konnten. Es hätte auch später werden können. Am Wichtigsten ist doch, dass es mir jetzt wieder gut geht.

Die Woche hab ich mich dann wieder mit Barbaras Lieblingsbettbezug, ihrem Schlafanzugoberteil und dem Beckerschen Teppich beschäftigt. Das Bettzeug wird Morgen weggeschmissen, da sind mehrere Löcher (10x10 cm ) drin (Barbara hat zwischenzeitlich genau die gleiche Bettwäsche nochmals gekauft-schön ne?). Das Schlafanzugoberteil ist am Halz etwas weit geworden und befindet sich schon im Müll. Und Beckers rote Flocken? Da hab ich Mittwoch, Donnerstag und nachdem Blondi den Teppich schön gereinigt hatte, heute erst mal wieder drauf gepinkelt. Nicht dass ich nicht genügend Auslauf hätte. Heute Mittag hab ich eigentlich zeitnah nach meinem großen Ausflug mit Frieda die Chance zum Nässen ergriffen. Aber wenn sich keiner um mich kümmert, dann muss ich ebend für Aufmerksamkeit sorgen. Jetzt ist Blondi richtig sauer. Den Teppich hat sie gereinigt und zum trocknen erneut aufgehängt. Was sie noch nicht weiß: Beim Schreiben hab ich ne Pause einlegen müssen und nochmals ins Arbeitszimmer gepinkelt. Liegt wohl am Futter, dass ich so oft  zum Pipimachen muss...

Dabei sollte Blondi eigentlich richtig stolz auf mich sein. Schließlich bin ich mitlerweile eine lokale Berühmtheit geworden. Hier gibt es seit 155 Jahren eine Weihnachtsfeier der Hildesheimer Juristen, die man nach irgendso einer alten Tante die "Knaupsche Tischgesellschaft" nennt. Dabei werden in Liedern oder Gedichten kuriose Geschichten aus der Welt der Richter, Anwälte und Politik vorgetragen, die so manchen Rechtsgelehrten erröten lässt. Blondi und der Dicke gehören regelmäßig dazu. So hat denn der Direktor des Amtsgerichts, der wohl gern Mik Jagger geworden wäre und Fan von Blondi ist, mal wieder ein Lied  über sie geträllert. Aber dieses Mal kam  ihr Berner und mein Tagebuch darin vor. Allerdings weiß ich nicht, wie dieser verhinderte Rocker dazu kommt, dass mein Tagebuch von Blondi geschrieben wird.  Nächstes Mal, wenn Blondi mich wieder mit ins Gericht nimmt, dann werd ich ihn mir zur Brust nehmen, damit er mal weiß was ein echter Berner so alles kann.

Oh, ich glaub Blondi hat meine Pfütze im Arbeitszimmer entdeckt. Die Ruhe ist mal wieder dahin.

Also auf ein Neues, Deine Fiene.

 

 

Hildesheim, den 3 Advent 2015

Liebes Tagebuch,

Blondi verliert langsam die Geduld mit mir. Die Woche hab ich wieder einiges unternommen:
Zuerst waren Blondis schwere Wanderschuhe dran. Ich wollte einfach nur mal wissen wie diese Teile aufgebaut sind. Sie unterscheiden sich schon erheblich von den anderen Schuhen meiner Trööötels. Sie sind deutlich schwerer und sind nicht aus der Form zu kriegen. Also hab ich mich, nach dem Motto der  Sesam Straße "wer nicht fragt (als Hund: wer nicht forscht) bleibt dumm", ans Werk gemacht . Jetzt weiss ich -und Blondi auch-, dass die Schuhzunge aus einer Lederschicht, einer Schaumstoffschicht, einer Gummiisolierschicht und schließlich einer weiteren Lederschicht besteht. Diese Konstruktion ist allerdings noch verbesserungswürdig. Ich hab die Schuhzunge in der Mitte durchgebissen. Jetzt hat Blondi mehr Luft beim gehen. Blondi findet den Luftzug um ihren linken Knöchel allerdings nicht so prickelnd und hat sich zu Weihnachten neue Wanderschuhe gewünscht. Was die sich alles wünscht. Wenn das Christkind dies alles beherzigen will, hält es sich Heilig Abend ausschließlich bei uns auf. Blondi sollte einfach bescheidener sein. Ich bin es auch. Mir reichen gebrauchte Schuhe...

Sodann war -wie angekündigt- Beckers roter Flor dran. Erst habe mich mich an die Wolle gemacht und als das etwas beschwerlich wurde, habe ich einfach mitten drauf gepinkelt. Jetzt bin ich ihn los. Nach einer Komplettreinigung hängt er noch immer im Keller zum Trocknen.  Meine Trööötels haben dann einfach einen der alten, angefressenen Schmutzfangläufer in den Flur gelegt. Gut so, die Konsistenz kenn ich, die Bearbeitung  ist einfacher und geht viel schneller...

Schließlich habe ich heute in der morgendlichen Dämmerung wieder Flitzehäufi in Barbaras Arbeitszimmer hinterlassen. Der Geruch hat sie aufgeweckt. Die kann richtig schnell werden: Erst hat sie den Dicken aus dem Bett geschmissen, dann uns beide des Hauses verwiesen und sich dann offensichtlich an die Reinigung desselbigen gemacht. Als wir nach einer Stunde wieder zurückgeschlichen kamen war nicht nur alles Sagrotan  sauber, sondern es duftete nach Kaffee und frischen Brötchen, der Tisch war gedeckt, Weihnachtsmusik lief im Hintergrund und drei Kerzen waren am Adventskranz an. Schön wars, bis der Dicke seine Kaffeetasse verschüttete und nach der obligatorischen Wischeinlage Blondis beim ausblasen der drei Kerzen seine Lungen derart auspresste, dass der rote Kerzenwachs in Tropfenform auf der Tischplatte klebte. Jetzt sitze ich mit meinem Tagebuch draussen im Flur, der Dicke in der Küche und Blondi bei geschlossener Tür und Weihnachtsmusik im Wohnzimmer. Zuvor hat sie noch was von  Kackspecht, Flodder, Usell und Trotteltruppe gesagt. Sie habe die Faxen dicke. Morgen sei wieder  ein Häufi-Transport einschließlich des Kackspechtes in die Kleintierklinik Hannover fällig. ..
Jetzt genießt Blondi den 3. Advent allein. Soll sie doch. Ich machs mir mit dem Flodder gemütlich. Wir können uns auch allein amüsieren, ohne den Monk!! (O-Ton, Harald-Usell).

Mal schaun, was ich bis nächste Woche erledigen kann.

Deine Fiene-Biene Kackspecht (ehemals Schnuckelchen).

 

Hildesheim, der 2. Advent 2015

 Mein liebes Tagebuch,

 

wie ich es mir  dachte: Montag und Dienstag war Häufijagd. Drei Proben hat mein  HKH (Häufi-Kurier-Harald)  zur Kleintierklinik Hannover gefahren. Kaum war er wieder zu Hause klingelte das Telefon, Frau Dr.Buschtöns. Giardien - und  nicht mal so wenige- haben sie durch das Mikroskop angelächelt. Sie ist sofort in Gefechtsposition gegangen und hat ein neues Rezept für ein stärkeres Medikament ausgestellt. Die Kur geht jetzt über  4 Wochen. Danach ist wieder Häufijagd.  Blondi hat den Dicken sogleich zum Rezept abholen abkommandiert. Daraufhin hat der Dicke gedroht, wenn er noch ein mal Kurierdienste leisten muss, dann holt er die Giardien persönlich aus meinem Popo. Er hat jetzt die Faxen dicke.

Der sollte das Ganze mal durch meine Äuglein sehen: Wenn einer die Faxen dicke hat, dann bin ich das! Klar!!! Ewig dieses Häufitamtam...

 

Vor einigen Tagen, als ich im Flur ein Zwischenbubu einlegte, kamen dicke weiße Teile vom Himmel geflogen. Ich hab erst mal Alarm geschlagen. Dachte ich doch, wenn ich Wichtiges zu melden hätte, dass meine Trööötel gleich sofort zu Stelle sind. Aber weit gefehlt. Erst nach 3 Minuten kamen die Trööötels aus ihren Löchern raus. Bis dahin hatte sich doch glatt ein weißer Belag auf der Aussentreppe und der Einfahrt gebildet. Sofort riss Barbara die Hausür auf um mich raus zu lassen. Das tat ich auch. Aber was soll ich sagen, dass Weiße hat mir Angst gemacht. Postwendend bin ich wieder ins Haus gelaufen und hab mich erst mal hinter meinen Trööötels versteckt. Daraufhin ist Blondi zusammen mit mir in den Garten gelaufen, da hat das Weiße (es war wohlSchnee) richtig Spaß gemacht. Leider ist er nicht lange liegen geblieben. Jetzt steh ich regelmäßig am Türfenster und warte drauf.

Vielleicht kommt der Schnee ja wieder, wenn ich nochmals Zwischenbubu mache. Morgen probier ich es gleich einmal aus.

 

Am Freitag ist Blondi nach Hamburg gefahren, um Maurren zu besuchen.

Zuvor hat sie dem Dicken noch eine "to do Liste" gemacht. Deshalb ist er in den Baum, um den  Weihnachtsstern herauszuholen. Barbara wollte ihn wieder zusammensetzen, weil er im Sturm gelitten hat.  Der Dicke hat dann auch die Liste abgearbeitet. Wie schön, dass er nicht zwei Sachen auf einmal machen kann. Als er den Stern abhängte, viel ihm doch glatt eine Sternenspitze auf den Rasen. Noch während er den Stern ins Carport brachte habe ich mich des Zackens angenommen. Daraufhin hat er fast nen Herzinfarkt bekommen. In der Furcht unserer Herrin ist er hinter mir hergerannt. Mir hat es richtig Spaß gemacht. Den Zacken hat er erst nach einer kunstvollen Behandlung meiner Zahnreihen wieder bekommen.

Schön fand ich es ja nicht, dass Blondi sich allein in Hamburg vergnügt hat. Gern wäre ich mitgekommen. Also habe ich mir erst mal meinen Claim in ihrem Bett abgesteckt. Ich bin sicher so schnell wird sie uns nicht noch einmal alleine zurücklassen.

 

So, jetzt sind meine Trööötels ins Bett gegangen, da werd ich noch eine kleine Runde ins Wohnzimmer einlegen. Barbara hat nämlich Plätzchen gebacken und ein paar der frischen Leckereien auf den Wohnzimmertisch gestellt. Ich finde, eine kleine Verkostung könnte mir nicht schaden.

Bis in Kürze, Deine Fiene.

 

Hildesheim, den 1.Advent

Mein liebes Tagebuch,

 

mein Geburtstagsgeschenk hat mir doch glatt wieder einen Arztbesuch in der Kleintierklinik Hannover eingebrockt! Und nachdem die Sprechstundenhilfe wieder einmal in meinem Popo herumgewuselt hat, ist Frau Dr. Buschtöns, die Häufi-Spezialistin, auf die Idee gekommen ein großes Stuhlbild in einem Fremdlabor machen zu lassen. Also sind meine Trööötels hinter meinem Häufi her, wie der Teufel hinter der armen Seele. Drei Proben haben sie gesammtelt...Ei pfui...Nach einer Woche gabs dann die ersten Ergebnisse, nach der zweiten Woche den Rest: drei Parasiten, einer mit L. (Namen habe ich vergessen), Giardien und Kokzidien. Tabletten gegen L. und G., Antibiotokum gegen K. Seit einer Woche muss ich das Ganze schon nehmen. Und ab Morgen sind die Trööötels wieder auf Häufijagd, um den Erfolg zu testen. Wie ich den Wirbel um meine Hinterlassenschaft hasse. Aber Blondi hat die Faxen dicke. Sie will jetzt einen Hund mit Häufi wie ein Flummiball. Sie hat jetzt schon angedroht, wenn mein Häufi nicht bald vom Kopfsteinpflaster zurücktickt, will sie ein großes Häufibild-Plus machen lassen. Wer weiß wie viele rosa Pillen mir noch drohen.

Die Schweinerei ist auch der Grund weshalb ich wieder an der Schleppleine hänge: jetzt kann mir die Blonde wieder jeden Ausflug vermiesen... Frau Dr. Buschtöns hat nämlich gemeint, dass die L`s, G`s und K`s die Folge meiner ungehemmten Fresslust in freier Wildbahn sind.

FieneschnuckelchenIch weiß nicht wen ich mehr verfluchen soll, die Schleppleine oder Frau Dr. Buschtöns. Freiheitsliebend wie ich bin hät ich nichts gegen einen Sprint übers Feld und im Wald einzuwenden, auch so mancher Geruch am Wegesrand könnt mein Interesse wecken. Nun ja zu Weihnachten bin ich innen wie außen sauber wie mit Persil gewaschen.

 

Von Dolly hab ich auch gehört. Die hat es gut: 20 cm Schnee ums Haus und immer wieder Gartensause. Hier bei uns stürmt und regnet es. Mach ich mir nen Gartenspaß,  ist das Vollbad nicht weit.  Ich sag ja,  Persil, Persil, Persil..

 

Gestern und heute hat Blondi das Haus geschmückt. Dabei musste dann auch ein neuer Schmutzfangläufer für den Flur her, weil ich die anderen 30 Stück, genau weiss ich das jetzt auch nicht mehr, in ihre Einzelteile zerlegt habe. Immer wenn Schichtwechsel ist und ich auf Barbara warte nehm ich mir die Schmutzfangläufer zur Brust: erst haben sie keine Ecken mehr, dann keinen Rand und zuletzt kommt der Flor... und dann sieht der Flur aus als hätte es innen Schmutzmattenkrümel geschneit, mal schwarz, mal grau, mal blau, zuletzt "Schöner Wohnen" rot. Jetzt hat Blondi einen hochflorigen roten Läufer von "Barbara Becker" in den Flur gelegt. Wenn sie glaubt der hält länger, weil er von ihrer Namensfetterin ist, dann wird sie sich noch wundern. Nie hät ich gedacht, dass Blondi noch an den Nikolaus glaubt. Zum 6. Dezember schenk ich ihr dann Beckers Flocken al la Fiene. Mal schaun wie ihr das gefällt.

 

So liebes Tagebuch muss mich erst mal um die Deko kümmern. Viel zu ordentlich. Eine Holz- Pyramide ohne Flügel, ein Schwippbogen ohne Schwipp, ein Stern ohne Ecken, die drei Könige sind auch einer zu viel, muss mich beeilen wenn ich Heiligabend fertig sein will.  Meld mich schon bald, ganz besonders, wenn meine Hinterlassenschaften mit Energie vom Pflaster zurückticken.

 

Deine Fiene-Biene Schnuckelchen

 

 

Hildesheim, den 08.11.2015

 
Mein liebstes Tagebuch,
so ein Herbst hat es ganz schön in sich. Die Laubbäume im Garten haben ordentlich unter sich gelassen. Meine Trööötels sind jedenfalls ständig dabei die Ahorn-, Rotbuchen-, Apfelbaum-, Kirsch- und Pflaumenbaumblätter zusammenzufegen und zu beseitigen. Da kann ich ja nicht einfach nur zuschaun.  Am schönsten ist es durch die angelegten Laubhaufen zu jagen, so dass das Laub zu allen Seiten wegfliegt und meine Trööötels geradezu rot anlaufen.  Ich find jedenfalls ihre Gesichtsfarbe passend zum Herbst.Fiene im Herbst Na ja vielleicht nicht so ganz, orange wäre noch besser. Aber fast hätte ich die Woche ein sommerliches grün in Blondis Gesicht gezaubert. Waren wir doch wieder auf den Weg zum Wald. Nun ja und da lag doch glatt zu meiner Seite am Wegesrand eine dicke fette Ratte, frisch dem Leben entfleucht...Gegen ne Fleischbeilage hab ich natürlich nichts einzuwenden. Also, habs, war die Ratte in meinem schlanken Mäulchen.  Blondi hatte noch versucht meine Leine zu straffen, aber so ein schlaues kleines Bernerlein ist halt doch ne Nummer schneller. Leider war die Ratte so groß und fett, dass Kopf und Schwanz zwischen den Zähnen heraus baumelten. Daraufhin versuchte meine trööötelige Begleitung meiner habhaft zu werden, um mich um meinen wohlverdienten Fang zu bringen. Also zog sie mich immer näher zu sich heran, während ich versuchte die Ratte -dieses zähe Luder- zu zermalmen und zu verspeisen. Leider war "das" Blondi schneller und ihr Griff an mein Mäulchen ziemlich beherzt. Also musste ich meine Beute wieder abgeben.  Rache schwörend hab ich mich in mein Schicksal gefügt.
Während "das" Blonde noch ihre Finger mit einem Taschentuch und Spucke vom Blut des zähen "Fleisches" reinigte, sann ich auf einen Gegenschlag. Und was soll ich sagen? Meine Chance hierzu kam schneller als Blondi sich erholen konnte. Am Feld mit dem hohen Gras durfte ich wieder frei herumlaufen. Also hab ich mich zurückfallen lassen, bin in den angrenzenden Wald gelaufen, immer meiner feinen Nase nach, und habe dort den wohlriechensten Häufihaufen angetroffen, den ich schon lange nicht mehr gerochen habe. Bis Blondi ihre Kräfte mobilisiert und mich wieder eingefangen hatte, hatte ich einen ordentlichen Habs genommen. Wie ein alter Bierkutscher fluchend hat Blondi mich beim Schopf gepackt und ist postwendend zurück nach Hause. Erst hat sie den Tierarzt angerufen -wegen der Ratte, na ja, die Nummer mit dem Häufchen hat sie wohl auch diskutiert- dann gabs, ne Wurmkur und einmal Mund ausspülen mit dem Gartenschlauch. Danach hatte ich die Faxen dicke. Rache schwörend bin ich erst mal wieder unter die Terasse.

Mein Gegenschlag kam noch am selben Abend. Blondi und ich sind im Dunkeln den Kieselweg entlang. Und weil meine vorgetäuschte Laune so ansteckend fröhlich war, durfte ich wieder frei herum laufen. Das Blondi lernt es nie: Wiederholung! Zurückfallen lassen, seitlich weg, ab zum Strauchesrand. Und was soll ich dir sagen, das beste Aas was ich bisher gerochen habe. Eine halbe tote Krähe. Na ja, am Tag zuvor war sie wohl noch ganz. Aber jetzt hatte einer meiner Kumpels den Weg ins Innere frei gemacht und die Krähe fachgerecht filetiert. Gern hab ich ein Rückenbad in den Eingeweiden genommen. Die Tröööteline hats erst gemerkt, als mein Duftballon fertig war. Wiederholung vom Mittag: Postwendend nach Hause, Gartenschlauch an, Schampoo raus, Schaum an!!! Über die Duftnote danach müsste ich mit Blondi nochmal diskurieren. An dem Abend hab ich besser mein Schnäuzelchen gehalten.

Übrigens hat Blondi heute Geburtstag. Ein Geschenk hatte ich auch. Gegen 7:00 Uhr bin ich gequält zu ihr ins Bett..................Nur kurz drauf ist die Blonde -offenbar böses ahnend-  schlaftrunken nach unten getaumelt. Kurz drauf war sie wohl richtig wach. Für ein Geburtstagskind fand ich den Anfall schon ein bißchen gewöhnungsbedürftig. Nun gut, dreimal Flitzehäufi vor Blondis Sekretär und einmal Pipi auf Neles frisch gefülltes und neu bezogenes Hundekissen sind schon exessiv kreativ, aber so viel Unmut hätte ich nun wirklich nicht erwartet. Ich finde, wenn man älter wird, muss man in Bewegung bleiben. Und was gibt es schöneres als zu wischen??? Nachdem  Blondi das Arbeitszimmer dreimal gewischt hatte, zuletzt offenbar mit Sagrotan -Gott stellt die sich an-, ist sie dann nach oben gekommen, um Harald zu wecken. Der wurde dann erst mal verpflichtet einen Geburtagsfrühstückstisch herzurichten. Ich bin dann schon mal gemeinsam mit ihm nach unten gegangen. Barbara hatte jedenfalls keine Lust  mich zu streicheln und zu knubbeln. Und bedankt für meinen kreativen Einsatz hat sie sich auch nicht. Jedenfalls hat Blondi sich noch mal hingelegt, um gebührend auf das Früstück zu warten. Aber da hat sie die Rechnung ohne den Berner gemacht. Kurz drauf kam sie, ihren Bettbezug übergestülpt wie ein Gespenst in die Küche herunter. Nun ja, während des Bewegungsförderungsprogramms hatte ich ihren Bettbezug bearbeitet und ein rundes Loch mit einem Durchmesser von ca. 20 cm reingebissen. Ich hab sie und ihren Bettbezug doch so lieb. Nachdem sie dann den Bezug weggeschmissen und einen Neuen herausgekramt hatte, musste sie leider feststellen, dass der kleine Berner auch hier gewesen war: drei mittelgroße Löcher am rechten Bettbezugszipfel. Ihr Bettbezug ist halt wirklich zu köstlich....Jetzt hat Blondi sich zu Weihnachten neue Bettwäsche gewünscht. Kann mir nur Recht sein..

So mein liebes Tagebuch, muss für heute Schluss machen und Blondi mal knubbeln. Nicht dass sie mir noch wirklich böse ist.
Bis dieser Tage,
Dein Fiene-Biene SchnuckelchenFF

 

Hildesheim, den 17.10.2015

 Mein liebstes Tagebuch,

stell Dir vor, meine Bemühungen in Hildesheim unterzutauchen sind doch glatt fehlgeschlagen. Hat doch jemand meine blaue Tasche mit der Hundemarke gefunden und zusammen mit der Adresse zurück in unseren Briefkasten geworfen. Blondi hat die Marke gleich sofort in ihr Portemonai gesteckt, damit ich auch künftig freudig bellend auf die Bullen zulaufen kann. Das blaue Täschchen ist allerdings hin. Beide Riemen sind abgerissen. Auch auf mehrmaliges Verhör durch Blondi wollte ich mich an mein dunkles Abenteuer nicht erinnern. Wie ich mich jetzt aber noch der Hundemarke entledigen soll ist mir allerdings ein Rätsel.

Da werd ich wohl noch einmal nachdenken müssen. Außerdem habe ich zur Zeit ganz andere Sorgen:

Schon vor Jahren - so hab ich jetzt gehört - hat Blondi den roten Dicken des nächtens aus ihrem Schlafzimmer verband. Solange er wach ist darf er rein. Nur wenn er schläft muss er draußen bleiben, angeblich weil er zu laut ist. Jetzt hat Blondi mich auf dem Kieker. Nach ihrem Bekunden soll ich wie ein altes Sägewerk schnarchen. Und wild träumen und jaulen soll ich im Schlaf auch. Sie denkt jetztFiene über einen Ortwechsel meines geliebten Bettchens nach. So wie ich es verstanden habe, will sie mich bei dem Dicken einquatieren. Meinte sie doch neulich irgendwas von zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Dabei sollte Blondi sich mal selber hören. Da sind der rote Dicke und ich uns aber einig. Von mir aus kann sie mein Bettchen zum Dicken stellen. Ändern wird sich für sie dadurch nichts. Dann schlaf ich eben die ganze Nacht mit in Blondis Bett. Ich bin halt wie der perfekte Fleck - ich bin gekommen um zu bleiben und gehe nicht mehr weg!!!

Letzte Woche war ich wieder in der Hundeschule. Viel los war nicht.

Christiane meine Lehrerin ist mächtig stolz auf mich. Sie hat mich permanent gelobt und findet,  ich sei ein wirklich entspannter Hund.

Wenn die wüsste. Den entspannten Hund geb ich nur für Christiane, damit sie nicht so viel mit meinem Streichelprofi Harald schimpft. Zu Hause lass ich die Sau raus. Jedenfalls wenn man mich alleine lässt und vergisst die Treppe nach oben abzusperren, wie letzten Donnerstag. Das war ein Spaß. Jedenfalls für mich. Hatte doch Frau Eckhard, Barbaras gute Haushaltsfee, wie immer sehr ordentlich alles aufgeräumt, gesäubert und zu meiner Freude die Betten gemacht.  Man war das ein Spaß. Harald und Barbara haben das allerdings etwas anders gesehen. Ich fand jedenfalls das Ergebnis klasse. Ich hab mich erst mal überall reingelegen und die Betten neu gestaltet. Jetzt wünscht Blondi sich zum Geburtstag ein neues Daunenbett. Ich hab nix dagegen! Der rote Dicke hat allerdings was von einem Laufstall gemurmelt. So ein Blödmann. Da kann man doch nicht drauf liegen.

 

Gestern hat es hier "cats and dogs" geregnet. Die Hundeschule ist deshalb ausgefallen. Also hat Blondi sich mit Steffi und Frieda verabredet. Wir sind dann zum Bolzplatz. Da haben Frieda und ich mächtig gerauft. Und weil es so schön war sind wir beide aufs anliegende Feld gelaufen und haben dort eine Runde Schlammcatchen veranstaltet. Ist gut für den Teint und gegen Reißmichtismus oder so ähnlich. Wir fanden unser neues Outfit hatte was von einem anderen Stern. Zwei kleine Schlammmonster auf dem Weg zu ihren Frauchen. Die  Damen fanden es nicht so  komisch. Ich hab jedenfalls wieder Bekanntschaft mit dem Gartenschlauch gemacht. Frieda hatte da mehr Glück als ich. Sie ist einfach aus ihrem neuen, viel zu grossen Geschirr gesprungen. Das nenn ich ausgetrickst. Ich hatte noch das alte Geschirr um. Pech gehabt. Beim nächsten Mal bin ich schlauer.

 

Mensch heute Abend war hier was los. Bin ich doch mit dem roten Dicken im Dunkeln Gassi gegangen. Plötzlich sprang so ein dunkel gekleideter Typ hinter einer Hecke hervor und vollführte auf dem Bürgersteig Sprünge wie ein Känguru. Das hab ich mir erst mal angeguckt. Vielleicht kann ich ja noch was lernen. Dann aber fiel mein kleines Bernerherzchen in die nicht vorhandene Bernerhose, weil der Typ wie ein Rumpelstilzchen tanzte und die Arme verrenkte. Schnell hab ich mein Fell genommen und mit Harald das Weite gesucht. Kaum hatte ich mich wieder beruhigt, da wurde es plötzlich laut und taghell. Über uns kreiste nämlich ein Hubschrauber der offenkundig die Gegend absuchte. Da habe ich eins und eins zusammengezählt. Der Dicke offenbar auch. Der hat sofort die Polizei angerufen und gefragt, ob sie vielleicht das Känguru suchen. Die haben ihm aber keine Auskunft gegeben. Dafür blieb dann der Hubschrauber in der Nähe. Ich hab jedenfalls erst mal gesehen, dass ich mein Fell rette.

Den Dicken habe ich dann freundlichst mitgenommen. Ob ich aber heut Nacht noch mal Pipi draußen  mache oder ausnahmsweise meine nächtlichen Ergüsse ins innere des Hauses verlege, das überlege ich noch. Vielleicht erzähl ich dir das beim nächsten Mal.

 

Deine Fiene.

 

 

Hildesheim, den  01.10.2015 und 04.10.2015

 Liebes Tagebuch,

Hurra, Hurra, 5 Monate Fiene Bachmann-Loewenthal!!!!!!!!!!!! Und kanpp

26 kg wieg ich auch. Mir geht es einfach gut hier. An meinen Tages- und Nachtabläufen hat sich nicht viel verändert, außer das meine Aufenthalte auf den Sofas und in Barbaras Bett unter dem Druck meiner Verschmustheit etwas länger geworden sind. Aber da kann ich wirklich nichts dazu.

Zurzeit versuche ich die Platzeinteilung auf dem Sofa neu zu regeln:

Kissen und Decke gehören mir, Fußende geht an Barbara. Anders geht es nun mal wirklich nicht, weil der Fernseher am Fußende und der Dicke gegenüber sind. Schließlich muss Ich  alles im Blick haben. Barbara versucht zwar immer wieder meine Regeln zu kontaminieren, aber ein Augenaufschlag von mir und meine Sache ist geritzt. Sie ist einfach viel zu naiv für nen "little Berner Job".

 

Dienstag hatte ich Besuch von Dolly, die hat doch endlich mit ihren Muggeln bei uns Rast gemacht und uns allen ganz viele Leckerchen mitgebracht. Wie Weihnachten. Dabei heisst es doch Schwaben wären sparsam. Offenbar gelten herkömmlichen Klischees für Berner und Bernermuggel nicht. Leider war die Aufregung so groß, dass meine Trööötel meine Pipimachsignale nicht gesehen haben. 1 x Pipi vor Neles Exbett. Wie peinlich war das...Nun Dolly hat großzügig über meine Undichtigkeit hinweggesehen, ihre Muggels wohl auch. Nur Blondi hat mal wieder nen Wischanfall gekriegt. Luftgetrocknet gehts doch auch und m.E.

riechts auch besser.

 

Blondi und ich sitzen oft im Wohnzimmer und lassen uns die Leckerchen von Dolly schmecken. Blondi hat auch schon zugenommen und stöhnt über die Pfunde. MIr kann das Ganze ja nichts anhaben, weil ich doch noch im Wachstum bin. Nun ja, streng genommen ist es die Blonde wohl auch. Nur fehlt ihr dafür die Begeisterung.............Dolly darf jedenfalls immer gern wiederkommen, ihre Muggel auch.

 

Zur Zeit arbeite ich an meinem Speisezettel: die Trööötels essen gerne Joghurt von Baur. Ich durfte immer nur den Becher auslecken. Aber heute

(01.10.2015) habe ich Blondi derart genervt, dass sie mich endlich an einem  Joghurt teilhaben ließ. Walnussgeschmack.... Am Ende habe ich das kläglichste Häulen rausgekramt was mein Querulantenrepertoir zu bieten hat. Ich hatte den ganzen Becher.........Schmatz. Abends habe ich das Gleiche beim roten Dicken versucht. Über das Versuchsstadium bin ich leider nicht hinausgekommen. Protestbellend verließ ich den Raum.

 

Bei meinen Spaziergängen im tiefen, tiefen dunklen Wald habe ich Emma getroffen eine 8 Jahre alte und ziemlich sprinitige Berner Sennerin. Wir haben den Wald gerockt. Es hat richtig Spaß gemacht. Danach sind wir durch ein Feld mit ca. 1,50 Meter hohem Gras und

100.000.000.000.000.000.000 usw. von Mauselöchern. Das war klasse. Aber danach war ich fix und alle. Ich musste sogar auf dem Nachhauseweg Rast einlegen, sonst hätte ich es nicht mehr geschafft. Danach musste ich erst mal geschont werden. Statt einer Bernervollmassage verordnete Blondi  am nächsten Tag kurze Spaziergänge. Ich fands langweilig, also hab ich den Rasen gerockt: 7 Löcher !!!! Jetzt bin ich dabei einen Golfplatz anzulegen. Unserem Nachbarn Hans, dem Profilgolfanwalt, hab ich schon mal bescheid gesagt, dass der nicht immer so weit fahren muss.

Kost auch nur die Hälfte. Hans wirds freuen, Blondi auch.

 

Blondi hat wegen der Pfunde ne Pilatesrolle gekauft. Nur nützt das nix, wenn ein Bernerkind drauf steht. Immer wenn das Ding zum Tragen kommt steh ich drauf. Wenn es beim Yoga den "herabschauenden Hund gibt" warum nicht beim Pilates den "Berner auf der Rolle" (besser auf der Rolle als von der Rolle, sag ich mal so!).  Es war mal was Neues und morgen sind die Hanteln vom Dicken dran.

 

Oh, jetzt hör ich es in der Küche klappern. Da muss ich hin, ist doch meine Lieblingort und jetzt ist auch noch der Kühlschrank dran. Joghurt ich komme!!!

 

Fiene-Biene, Schnuckelchen...

 

 

Hildesheim, den 26.09.2015

Hey Tagebuch,
Meine Leute haben mich die Woche erstmals mittags für eine halbe Stunde allein gelassen. Damit bin ich relativ gut umgegangen. Gut am Dienstag habe ich mich in die erste Etage in Blondis Bett verpieselt und erst mal ordentlich durchgerammelt, am Mittwoch haben meine beiden Trööötel die Treppe nach oben mit Wäschekörben verstellt, damit ich mich nur Paterre aufhalte. Das hab ich auch getan. Allerdings hatte ich mächtig Langeweile, also hab ich das Wohnzimmer gerockt: man nennt es wohl über Tische und Bänke gehen. Sofadecken und Kissen gekillt, beide Ledersofas mit Schweißquanten bestiegen (die Pfoten waren  abends noch zu sehen), die Schuhe im Flur angeknabbert und auf dem Wohnzimmertisch war ich auch. Danach haben die Trööötels alles hoch gestellt bzw. weggelegt und die Stühle vom Tisch weggeschoben. Darauf war mir Donnerstags so langweilig, dass ich meistens vorn an der Eingangstür durch die Glasscheiben geschaut und fürchterlich viel gebellt habe. Das hat Blondi bei ihrer Ankunft gleich negativ bemerkt: jetzt lässt sie mich wieder nur ein paar MInuten allein. Gut so. Ich bin nämlich wirklich nicht gern allein. Sie hofft zwar, dass ich besser allein bleiben kann wenn ich größer bin, aber mal ganz ehrlich: die Hoffnung stirbt doch immer zuletzt, oder?

Dann hat Barbara unseren Untermieterin Hilde, eine Igelin gefüttert.
Mich hat sie sofort ins Haus gesperrt, damit ich nicht das Igelfutter fresse. Damit mir das am nächsten Abend nicht wieder passiert, hab ich mich erst mal unter der Terasse versteckt. Deshalb  hat Blondi das Igelfutterhaus herausgekramt, an bewährter Stelle  aufgestellt und das Futter darunter gestellt. Die glaubte doch glatt da käme ich nicht dran.
Wie kann man nur so naiv sein. Das war wie bei den Panzerknackern, kurz einen Tunnel angelegt und schon plumst der Igelfutternapf in Fienes Mäulchen. Das Leben kann so schön sein. Gut Barbara fands sch....ße, aber erst kommt das Fressen und dann sie Moral. Ich glaub das hat mal ein Dichter gesagt. Recht hat er! Hilde ist jetzt beleidigt und kommt nicht mehr. Ihre Entscheidung.
Leider hat Blondi dann kein Igelfutter mehr hingestellt. Also musste ich  improvisieren: Ich hab erst mal die große Igeltrockenfutterdose aus dem Carport stibitzt. Die hab ich dann in aller Ruhe geöffnet. Die Trööötel haben wohl gedacht ich hätte eine leere Fischfutterdose, die sie mir zum Spielen gegeben hatten bearbeitet und haben mich erst mal machen lassen.  Leider ist der rote Dicke dann doch mißtrauisch geworden, als ich gerade vernarrt in die Dose geschaut habe. Noch bevor ich einen ordentlichen Trockenwurmhabs nehmen konnte, hat der Dicke mir die Dose wieder abgenommen. Blöder dicker Mops!
Wenn ich schon keinen Trockenwurm kriege, dann muss ich mich ebend anders versorgen. Ich fand auch heute gleich etwas, was meine Nase genauso faszinierte: ein ordentliches Hundehäufi am Feldrand.
Glücklicherweise, jedenfalls für mich, hatte Blondi mich frei laufen lassen. Ich hab nen ordentlichen  Hieb genommen. Dumm ist nur das Blondi nen Gartenschlauch hat. Ich musste sofort einen Strahl durch meine Zahnlücken nehmen, bis der Duft aus meinem Mäulchen verschwunden war.
Blöde Blondine.

Heute ist wirklich nicht mein Tag. Meine neue Freundin Dolly wollte mich doch glatt auf der Rückfahrt von Dänemark besuchen kommen und Rast in Hildesheim machen. Leider hat der Benz von ihrem Obermuggel schlapp gemacht. In ganz Dänemark gab es nicht das passende Ersatzteil. Das muss jetzt aus Schweden herangeschafft werden. Warum fahren Dollys Muggel auch mit einem Benz ins flache D`mark, ein VW hätte es auch getan.
Jedenfalls ein Benziner. Einen Diesel hätte man, dank Winterkorn wahrscheinlich still gelegt, aber das ist ja nun eine andere Geschichte....Ich hoffe jedenfalls das Dolly es in den nächsten Tagen bis hierher schafft. Ich hab schon mal die Knochen geputzt, den Garten aufgeräumt und ein paar Leckerchen bereitgestellt. Dann werd ich weiter berichten.

So, jetzt muss ich mich sputen, Barbara will nämich bubu machen. Da muss ich sehen, dass ich auch einen Platz auf ihrem Sofa kriege.

Dein Fienchen.


Hildesheim, den 14.09.2015 und 16.09.2015

Liebes Tagebuch,
Samstag sind wir aus Dänemark zurückgekommen. Man war das ein anstrengender Urlaub. In der Ankunftsnacht hat Blondi  `nen echten Anfall gekriegt und dem Notfallteam des Veranstalters ordentlich eingeheitzt. Tonfall und  Wortwahl  waren absolut neu für mich. Wahrscheinlich auch für die Dänen. Aufgeschnappt hab ich nur so viel wie "Bruchbude", "Sperrmüll", "Abreissen!" und "Wie alt soll der Sch...ss noch werden?". Sie hatte so eine Schnappatmung, dass gleich zwei Leute vom Veranstalter angeradelt sind. Die hat Blondi sich gleich zur "Brust genommen". Blondi war so angewiedert, dass wir für die zweite Woche  in ein anderes und zugegeben deutlich freundlicheres, sauberes und gemütliches Haus eines anderen Veranstalters umgezogen sind. Bis dahin hab ich mich mit der Bruchbude arrangiert. Wenn es nach Blondi gegangen wäre hätte ich ruhig in jede Ecke pinkeln können, aber das klappt eben nicht immer und meine kleine Blase ist nun mal kein Wasserhahn....
Fiene und FriedaMit dem neuen Haus kam dann auch das tolle Wetter und ein absolut sauberer und weißer Strand. So einen grossen Sandkasten hatte ich noch nie gesehen. Ich hab gebuddelt, die Salzflocken gejagt, eine tote Krabbe halb aufgegessen (Blondi sagt immer, Meerestiere sind gesund), einen toten Kranich angeschleppt (Blondi war kurz vorm Herzinfarkt und schrie "Geflügelknochen darf kein Hund"- dabei wollte ich den Kranich gar nicht fressen. Mir reicht schon wenn der Dicke schwer atmend hinter mir herhechelt) und last but not least ein Bad in einem Seehundkadaver genommen.  Danach war Blondi wieder 1A platt!! Die hat sich abends dann die Süßigkeitenkante gegeben, der Dicke hatte ein Glas Cognac...

Meine Leichenschmäuse waren leider nicht ohne Konsequenzen: Flitzekaka oje!!! Barbara lief glatt gelb an. Ihre Haarfarbe war nix dagegen.  Nun ja, was soll ich sagen, den dänischen Tierazt Dr.  Morten Skanse Hinge, den Duz ich jetzt.

In Vester Husby (neues Haus) haben wir dann auch  Dolly, eine 3 Jahre alte Berner Sennen Hündin getroffen. Eine liebenswerte Wuchtbrumme. 60 kg!!!!! Ich vermute ihr Frauchen ist  Fünfsterne-Chefköchin im Savoy und Dolly muss immer das Essen verkosten. Die ist nicht auf Strandgut angewiesen so wie ich!!!  Ach wie gern hätt ich mit Dolly die Dünen gerockt, leider haben meine Trööötel  verpasst nach ihrer Telefonnummer zu fragen und jetzt bin ja schon wieder zu Hause.  Aber Dolly`s Obermuggel hat mein Tagebuch gelesen und über meine Züchterin Kontakt zu den Tröööteln aufgenommen. Jetzt hab ich ne gute Chance Dolly wieder zu sehen.

Die Rückfahrt haben wir übrigens über Joldelund gemacht. Das Hofkaffee ist unverändert gemütlich und nach dem Augenaufschlag von meinen Tröööteln immer noch ne Geheimadresse für Kuchenfans. Dort hab ich dann mit den Bernern Pauli (9 Monate) und Kiki, meiner Schwester, gespielt. Kiki war total eifersüchtig auf mich und hat immer wieder versucht mich zu dominieren. Obwohl sie deutlich größer und auch 5 kg schwerer ist als ich, ist ihr dies nur spärlich gelungen und dabei hat sie sich dann auch noch einen Zahn ausgebissen. Ich sags ja immer: Es geht nichts über einen Joldelunder Haudegen, der zäh ist wie Leder!
Pauli hät ich gern mitgenommen, Kiki das Schwergewicht eher nicht... Pauli hat mich ja soooo lieb (ich sie auch). Ging aber nicht, meine Züchterin hat beim reinholen der Hunde eine Gesichtskontrolle gemacht........Dableiben musste ich dann,trotz Haralds Zwischenüberlegungen, dann doch nicht. Meine Trööötel haben mich ganz schnell abgezählt und eingepackt, nicht ohne noch ein paar Schafswürste mitzunehmen. Du musst nämlich wissen, dass neben dem Hofkaffee auch Schafe gezüchtet und -nun ja- verarbeitet werden. Eine Vielzahl von jungen Gänsen, sogenannte durchlaufende Posten, hab ich auch gesehen. Mal schaun ob wir uns Weihnachten wiedersehen....

In Hildesheim hab ich dann als erstes eine Gartenkontrolle gemacht: die Pflaumen sind süß und Wurmfrei, die Äpfel sind reif, der Rasen eignet sich hervorragend zum Häufi verstecken und der blöde Rhabarber ist doch glatt wiedergekommen! Aber sonst ist alles beim Alten.
Leider ist in der Nacht auf Montag, so zwischen 1:00 Uhr und 3:00 Uhr mein Flitzekaka wieder zurückgekommen. Barbara hat dann  gegen 3:30 Uhr das Bad und meinen Popo (ab)gewischt. Danach ist Harald im 2-Stundentakt mit mir nach draussen. Morgens sind meine Trööötel  wieder zur Tierklinik Hannover. Ergebnis: Bakterielle Infektion, ansonsten absolut kerngesunder Berner!!!!! 
Leider trauen meine Trööötel dem Ganzen trotzdem nicht. Obwohl meine Häufi wieder eine 1A Konsistenz haben, werde ich Nachts weiter im 2-Stundentakt zum Pipi - und Häufimachen geweckt. Es ist mir lästig, aber warum meine Trööötel sich das antun begreif ich nicht. Wenn sie noch vor wenigen Stunden erholt und frisch aussahen, so schaun sie jetzt aus, wie zwei Warmblüter mit einem Blutdruck deutlich unter Null. Ne Schlafpille ist nix dagegen.

Heute (16.09.2015) waren Barbara und ich mit meiner Notfallnanny im Zoo Hannover. Ich hab `ne Dauerkarte bekommen! Man war das spannend. All die vielen neuen Untergründe, Geräusche und Gerüche. Bötchen bin ich auch gefahren, sogar 2x.  Dabei war ich Afrika ganz nah. Witzig fand ich nur, dass die anderen Besucher 25 € für `ne Tageskarte gezahlt haben, um  hauptsächlich ein Joldelunder Bernerbaby zu herzen und zu streicheln. Gut mit einem Löwen geht das nicht. Außerdem gibt es nichts Selterneres als `nen Joldelunder Haudegen. Ich hab die Plautze gern hingereckt.

So, jetzt hab ich  wieder fertig. Muss meine Eindrücke erst mal verarbeiten, Kräfte sammeln  und mich ums Abendessen kümmern. Da gibts dann auch wieder eine Tablette....

Platt wie Flunder, muss jetzt bubu machen,

Deine Fiene

 

 

Hildesheim,den 28.08.2015

Mein liebes Tagebuch,

mein Temprament treibt meine Trööötel in den Wahnsinn. Die Blonde fragt sich gerade, ob sie schon zu alt für einen Joldelunder Flegel ist. Ich finde sie sollte sich nicht so wichtig nehmen. Gut am Sonntag hab ich es vielleicht übertrieben, aber ich dachte mir, wir trainnieren mal wieder. Barbara hatte nach einer aus ihrer Sicht sehr kurzen Nacht (ich fand die fünf Stunden völlig ausreichend) noch einiges zu erledigen: Pflaumen und Äpfel zusammenfegen, Büsche schneiden, Auffahrt fegen, waschen und neue Akte  lesen. Mir war schon etwas langweilig, also hab ich mir den Springbrunnen an der Terasse etwas näher angesehen. Der ist wohl im Erdreich eingelassen. Aber woher das viele Wasser kommt weiss ich immer noch nicht, obwohl ich mir so viel Mühe gegeben habe. Das Wasser und die Erde taten ihr Übriges. Ich glaub von Berner-Tricolore war nix mehr zu sehen. Danach bin ich über die Terasse ins Wohnzimmer geschossen, weisse Store aus dem Weg, .....weisse Wände kann man abwaschen,......welches Weiss? Als das Telefon klingelte bin ich schnell raus, weil die Blonde reinkam. Das Gesicht hab ich nicht gesehen, der Ton und erst recht die Tonlage waren unüberhörbar. Ich hab mich verpieselt und dann den Utensilien im Garten gewitmed. Nachdem die Blonde das Telefonat beendet und das Haus wieder sauber gemacht hatte -die Gardinen müssen wohl gereinigt werden- wollte sie wohl die Gartenarbeit fortsetzen ,  da gings weiter: ich hatte zwischenzeitlich von ihren neuen ledernen Gartenhandschuhen einige Finger abgebissen. Weiss gar nicht was die Blonde zu krakelen hatte, ist doch Sommer....Außerdem, bei Aldi gibts ganz preiswert ein paar Neue.
Danach kam Frieda und der Hausfrieden war greifbar nahe.... Leider die Reinlichkeit meines Felles nicht. Blondi hat mich in die Badewanne gesteckt und abgeduscht. Jetzt muss ich erst mal sehen, wie ich wieder eine anständige Duftnote kriege.

Die Woche war dann doch sehr kurzweilig. Alles lief wie geschmiert. Morgens Besuch von Frieda -oder auch mit dem Dicken andersherum- toben, schmusen, fressen, Pipi, 13:00 Uhr Aufsichtwechsel im Gericht, Geschäftsstelle rocken,Spaziergang mit Blondi, Pipi und Häufi, 2. Mahlzeit, schmusen, bubbu machen, Garten spielen, den Dicken in Empfang nehmen, schmusen, 3. Speise, Spaziergang mit beiden Tröööteln -wenn die Blonde nicht gerade schlapp macht- und schließlich ins Bett (erst zu Blondi, danach in mein Eigenes).
Am Mittwoch waren die Trööötel dann noch einmal zur Geisterstunde mit mir unterwegs. Dabei ist mir leider ein kleines Malheur passiert: ich habe meine niegel-nagel-neue Aufstecktasche für mein blaues Geschirr verloren, da war meine Steuermarke drin. Barbara hat dann am Donnerstag den gesamten Kieselweg abgegrast, aber meine Tasche nicht gefunden. Blindfisch!  Ne neue Marke kost doch nur 5,00 €! Weiss gar nicht warum der Blonden wieder der Schweiss ausbricht.
Gestern war ich dann zum vorerst letzten Mal in der Kleintierklinik Hannover Dr. Bäcker besuchen. Diesmal hat es mit dem Impfen besser geklappt. Nur was ich richtig sch....e finde ist, wenn mir die Sprechstundenhilfe mit dem Thermometer im Popo rumkramt. Ehrlich, was für ein Sch....job! Leckerchen hatte ich dann ausreichend. Diesmal hat Blondi aufgepasst. So, jetzt muss ich erst mal wieder Kraft sammeln. Wir wollen doch nicht, dass es den Tröööteln langweilig wird.

Fiene-Biene
P.S. Blondi hat Pflaumenkuchen gebacken. Ich hab mir die Schüssel gegriffen und erst mal einen Hieb vom  Teig genommen. Herrlich duftender Vanille-Rührteig!!  Danach gabs Gesicht und Ohren abwaschen. Spielverderberin!!!!


Hildesheim, den 22.08.2015


Mein liebstes Tagebuch (oder besser Wochenbuch?), die Zeit verinnt mir zwischen den Pfoten. I am so busy!! Also was ist passiert?
Frieda und ich waren in der Innersten schwimmen. Wir hatten echt Spaß. Fiene im Wasser
Leider hat Barbara danach mit spitzen Fingern meinen Wanst genommen und ich hatte mein erstes Bad. Der Duft war maßig. Hundehäufi riecht halt deutlich besser. Weiß die nicht, dass ich vom Wolf abstamme? Frieda mochte den Schaumduft wohl auch nicht. Die Keilerei danach hat meine Duftnote wieder normalisiert. Jetzt umgibt mich eine Staubwolke, wenn man an mir klopft.

Zwei Tage später hab ich  meinen ersten Zahn verloren. Wir waren wieder schwimmen. Dort habe ich Eve getroffen, eine Labradormixhündin von ca. 8 Monaten. An der hab ich mir dann den Zahn ausgebissen. Jetzt lispel ich ein wenig, aber die Zeit wird es richten.

Ich hatte auch einigen Ärger mit meinen Tröööteln. Grund? Einmal täglich Pipi an versteckter Stelle: in Neles Exbett, davor, daneben oder an ihrem Ex-Basetti-Kissen und mindestens alle drei Tage ein sattes Häufi im Wohnzimmer. Weiß gar nicht was die haben! Sie waren zwar immer regelmäßig mit mir spazieren, aber wenn ich doch nur Zeit hatte ein wenig Pipi zu machen und nur einen kleinen Hucken von mir zu geben, dann passierts halt zu Hause. Barbara meint zwar ich hätte einen schlechten Stil, aber sie machts doch immer wieder weg. Jetzt rennt sie hinter mir her, wenn ich nur ansatzweise meine Pfote in Richtung Eßtisch hebe und in Neles und Maureens Zimmer darf ich auch nicht mehr, jedenfalls nicht bevor ich "trocken und hygienisch" bin. Außerdem muss ich jetzt immer zur Geisterstunde noch eine Runde spazierengehen. Wenns denn hilft......
Barbara war dann auch mit mir bei Neles Nanny, die mich nur im Notfall versorgen will. Dort hab ich dann den Perser eingeweiht. Wenn sie ja auch nur meine Notfallnanny sein will, kann ich im Notfall ja auch mal
auf ihren Perser pinkeln.....!!!     Ich denke jetzt weiss sie was so
ein Notfall ist. Das hat sie jetzt davon.
Barbara und ich waren auch in der Gärtnerei Brandenburg. Da war so viel Grünzeug , dass ich glaubte ich wär im Wald. Also: 2x Pipi. Ich weiß nicht, warum Barbara mich nicht gelobt hat und fluchtartig -mit mir-die Gärtnerei verlassen hat....ohne Blumen mitzunehmen.

Im Gericht bin ich auch regelmäßig. Mittags übergibt mich Harald immer an Barbara. Danach treffe ich meistens die jungen Staatsanwälte, die gemeinsam zum Essen gehen. Die finden mich immer ganz toll. Leider haben sie am Freitag nach meiner Hygiene gefragt. Ein heikles Thema für Barbara. Und peinlich für mich. Die Reaktion der Verfolger habe ich beflissentlich ignoriert. Es gibt Dinge, dafür braucht man ein Hundeexamen um sie zu verstehen. Basta!!

Mein Bruder Quando hat mir auch geschrieben. Er meint er wär mein Lieblingsbruder. Andersherum wird ein Schuh draus.
Apropos Schuh: Ich weiss nicht so richtig warum meine Trötel hektische Flecken kriegen, wenn ich mit ihren Schuhen durch den Garten ziehe und mich so richtig daran vergnüge. Allerdings gab es da einen Vorfall, der mir doch zu denken gibt. Ich hatte nämlich einen der Halteriemen an Haralds Berkemann Sandalen geöffnet. Gemerkt hat er es erst nach drei Stufen auf der Treppe. Der Blanceakt war ein Bild zum piepen.
Wahrscheinlich hätte ich auch gelacht, wenn ich nicht gerade auf seinem Arm gewesen wäre. Zum Fürchten das Ganze. Danach hatte der Dicke diverse blaue Flecken zu beklagen. Hauptsache mir ist nichts passiert. Letztlich ist der Dicke selbst Schuld. Warum kontrolliert er sein Schuhwerk nicht bevor er die Treppen nimmt -und dann auch noch mit so einer wertvollen Fracht. Barbara hat sich dann auch erst mal um mich gekümmert. Sie setzt ihre Prioritäten richtig.

Heute habe ich das Carport gerockt. Dabei sind die Igeltonnäpfe und Neles Blumentöpfchen zu Bruch gegangen. Jetzt sitz ich unter der Terasse und warte bis die Trööötel sich abreagiert haben. Gott sei Dank muss Harald heute Nachmittag noch zu Hannover 96, so dass keine Reise nach Joldelund auf dem Programm steht. Noch mal Glück gehabt.

Deine Fiene (jetzt 18,5 Kg)

 

Hildesheim, den 08.08.2015Fiene (Quanda) 

  Mein liebes Tagebuch,

man hab ich die Woche Glück gehabt. Knapp vorbei an einem "Ausflug" nach Joldelund. Ich war nämlich der Meinung, dass zu Haralds neuem Ohrsteckerloch wunderbar ein vergleichbares Loch in seiner soeben erstandenen Jacke aus feinstem dünnen Ziegenleder passen könnte. Gut, es ist ein Winkelhaken geworden, aber es kann ja nicht alles beim ersten Mal klappen. Harald fand es auch nicht gelungen und stellte mir in Aussicht noch einmal in Joldelund zu üben. Barbaras Bemühungen Harald davon zu überzeugen, dass Haken in Lederjacken absolut trandy seien und ihn auch noch weiter verjüngen würden, überzeugten ihn diesmal nicht. Der wird leider immer misstrauischer. Barbara hat dann letztlich meine Rückkehr nach Joldelund dadurch verhindert, dass sie mein Kunstwerk mit einem Lederkleber verfeinert hat. Jetzt ist Haralds neue Jacke ein echtes  Unikat:  Made by Joldelunder Rüpel. Er hat mich deshalb jetzt  besonders lieb. 8-)

Barbara ist überhaupt handwerklich eine Wucht. So hat sie sich erst mal des alten (antiken) Tisches im Wohnzimmer angenommen. Schließlich hat Harald, dieser Trööötel (O-Ton Barbara), auf der Tischplatte einen riesigen Fleck hinterlassen, der mindestens 100 Jahre alt werden wollte. Nun ja und da ich ganz nach Harald komme, habe ich an selbigen Tisch einen der Füsse kunstvoll mit meinem Gebiss verziert. Danach sah der antike Tisch mehr als antik aus. Ich verstehe nicht, warum Barbara dafür keine Wertschätzung aufbringen konnte und mein Kunstwerk beseitigt hat (über die Beseitigung des Flecks konnte man  ja reden). Ich aber fühle mich zutiefst in meinem Kunsturheberrecht verletzt. Da dieser Tischfuss mitlerweile einen Strumpf trägt kann ich dort erstmal nicht mehr künstlerisch tätig werden. Aber es gibt ja noch drei andere ... :-D

Barbara ist auch geduldig. Hatte sie doch zwei wunderschöne Körbe voller Kräuter und ganz beonderer Minze. Das war Barbaras ganzer Stolz. Sie war voller Stolz und ich bin es: Die Minze hatte einen höchst interessanten Geschmack. Ich konnte gar nicht genug kriegen. Und die Kräuter? Frieda und ich haben erst mal "jag den Rosmarin", "verbuddel den Estragon" und "zerreiss den Salbei" gespielt. Es hat uns ganz schön gerockt. Am Ende mussten dann noch die Körbe dran glauben. Jetzt  eignen sie sich nicht einmal mehr als Obstkorb. Aber Korbgeflecht ist eh nicht so haltbar, dass weiss jetzt auch die Blonde.

Durch die Kräuter/Minz- Aktion habe ich mein Talent zum gärtnern endeckt. Die Rhabarba-Pflanzen (Blondi hat 6 Stück) habe ich schon mal winterfest gemacht und die Blätter entfernt. Die Äpfel und Pflaumen werden von mir regelmäßig auf ihren Säuregehalt und Reifegrad geprüft (Schön ist es, wenn die fruchtgefüllten  Zeige fast auf den Boden hängen). Die Koniferen brauchten an den Wurzeln Wasserlöcher (die eignen sich auch zum Plauze kühlen und abhängen) und die Kübelpflanzen brauchten Sauerstoff und mussten gelichtet werden. Ach es gibt soooo viel zu tun. Ich bin noch lange nicht fertig...

Gestern war Harald wieder beim Welpenspiel. Ich hab ihn begleitet. Leider musste ich wieder zu den Rüpeln. Aber oh staune: jetzt ist der Westi auch da. Leider fällt er nicht mehr so einfach auf meine Kampftaktik herein. Wendig versucht er sich meinen Kilos zu entziehen und ich werde mit jedem Kilo auch nicht schneller, insbesondere bei der Hitze. Jetzt muss ich mir doch noch eine andere Strategie überlegen.
Apropos Hitze: wurde doch das Hoch nach mir benannt: Fienchen. Ist das nicht toll?  Woher meine Trööötels wohl die Verbindung zu den Wetterfröschen haben? Ich jedenfalls finde meine Berühmtheit klasse.

So liebes Tagebuch jetzt ist erst mal Schluss. Mein nächster Eintrag kommt bestimmt. Wer weiss von wo aus (Joldelund?). Ich werd mich jedenfalls am Türrahmen festkrallen, sollte einer Trööötel auf so eine schwachsinnige Idee kommen. Im Übrigen wäre dies auch eine wunderschöne Stelle Urheberrechte zu verfestigen. Also Trööötel, wagt es ja nicht einen Kampfberner zu belästigen.

Deine Fiene (genannt Fienchen, Fiene- Biene, Joldelunder Flegel, Joldelunder Wuchtbrumme, Joldelunder Rüpel und SchnubbelschnauzeHildesheim, den 08.08.2015


Hildesheim, den 30.07.2015
Liebes Tagebuch,
schon wieder eine Woche vorbei. Es ist so viel passiert.

Freitag war ich mit Harald wieder beim Welpenspiel.
Frieda ist doch nicht mitgekommen, weil Martin mit Frieda auch zum Welpenspiel wollte und er freitags keine Zeit hat. Jetzt geht sie samstags woanders hin. Also musste ich mir den Westi allein zur Brust nehmen. Das hab ich auch getan. Meine 12 kg und die Quake war platt. Leider kam mein Einsatz nicht so gut: Christiane Nothe -meine Lehrerin- hat es gesehen und mich dann zu den Rüpeln gesteckt. So was blööödes!!!!! Den Westi hätt ich gern richtig erledigt, schließlich ist er eine echte Nervensäge und ich hab  jetzt 13,25 kg die eingesetzt werden wollen. Vielleicht findet sich ne Gelegenheit, wenn Christiane mal nicht aufpasst.... Barbara findet meinen Körpereinsatz nicht so gut und nennt mich jetzt einen " Joldelunder Haudegen". Weiß gar nicht was sie hat. Ich bin ein ssseeeehhhhrrr liebes  kleines Berner- Baby, das sie zu erziehen hat! Also wer ist Schuld? Das Blondchen!!!.

Frieda und ich treffen uns jetzt jeden Morgen um 10:30 Uhr zum raufen und spielen.  Wir haben schon den Garten  gepflügt. So manche Blume hat sich in ihre Wurzel zurückgezogen und wartet auf den nächsten Sommer. Dem kann ich mich nur anschließen.
Heute hab ich dann so richtig aufgedreht. Schließlich ist Frieda ein echtes Berner-Rauf-Baby. Leider quiekt sie immer, wenn ich ihr ins Ohr beiße und mich mal richtig wehren muss.  Barbara hat mich dann  zur Brust genommen... Bis jetzt konnte ich sie durch meinen Augenaufschlag für mich gewinnen. Aber ich fürchte sie traut mir nicht: Beim heutigen Impfen hat sie Augentropfen mitgenommen......

Das Impfen war sch.....e. Um es auf den Punkt zu bringen, Frau Dr. Becker störte meine Kreise! Eigentlich hatte ich gerade Siesta, aber der zweite Picks ging denn doch ein bißchen zu weit. Mein "Oarsch" brennt jetzt noch. Das anschließende Leckerchen war ja ganz nett, aber Schadensersatz war das keiner. Warum das Blondchen nicht mehr gefordert hat versteh ich nicht. Sie sollte mal die Schmerzensgeldtabelle studieren, wofür taugt sie eigentlich?

Zu Hause hab ich mich dann auch erst mal hingelegt. Aber jetzt geht es wieder. Nun ist die Plautze voll, mein dicker Kalbsknochen schaut mich aufmunternd an,  was soll das schnöde Leben bringen?? Also auf in den Knochenkampf.
Morgen seh ich dann den Westi wieder. Vielleicht krieg ich ja ne Chance ihm ordentlich das Fell  zu plätten. Ich muss nur auf Chrisitiane aufpassen...

Ach noch eins: Barbara findet ich könnte langsam mal auf meine Hygiene achten. Ich weiß nicht was sie hat. Es ist ihre Aufgabe mich nachts zu wecken und so lange im Garten zu spielen, bis ich ausgeblödelt habe und endlich Pipi und Häufi mache. Wenn sie nicht darauf achtet, gibts halt Saures oder besser Gelbes und Braunes. Jetzt nennt sie mich auch noch Joldelunder Schmuddelkind, obwohl ich so ne tolle Zeichnung und gang besondere Ausstrahlung habe. Außerdem hab ich nur 2 x Häufi und 4 x Pipi ins Haus gemacht. Dabei habe ich gesehen, dass ich mich immer über den Fliesen entlehre, schließlich will ich so ja keine bleibenden Eindrücke hinterlassen. Gut 1x hab ich dann vor ihrem Bett auf den Teppich gekotzt. Aber mir ging es halt nicht so gut und es war schneller darußen als ich Barbara bescheid geben konnte. Blondi hat auch ganz viel Mitleid gehabt und alles stumm sauber gemacht. Danach durfte ich sogar in ihrem Bett anbucken. Tat richtig gut. Vielleicht kotz ich die Nacht mal wieder. Kuscheln tut einem Bernerbabay nämlich richtig gut. Außerdem hat Frau Eckhard, Barbara`s Haushaltshilfe, den Teppich wieder wie neu gemacht. Frau Eckhard soll ja schließlich keine Langeweile haben, oder?

So, für heute mach ich dann mal wieder Schluss. Muss mich jetzt um Harald kümmern, der gerade aus dem Badezimmer kommt. Dem hab ich auch gezeigt wie spitz mein Eckzahn ist. Der überlegt gerade ob er das kostenlose Loch in seinem Ohrläppchen mit einem schicken Ohrstecker mit Bernermotiv schmücken soll. Gut anfangs wollte er mit mir einen Ausflug -ich glaube so nannte er das - nach Joldelund machen. Aber Barbara hat ihn davon überzeugt, dass er jetzt mindestens 5 Jahre jünger ausschaut als vorher. Das hat ihn dann wieder friedlich gestimmt. Ich überlege gerad, ob ich weitere 5 Jahre dranhänge. Das kann ich aber nur wenn Blondi in der Nähe ist, weil ich, so gut es mir in Joldelund auch gefallen hat, ohne Not zurzeit dorthin wirlich nicht zurück will.
Bis bald, Deine Fiene

Hildesheim,den 23.07.2015

Liebes Tagebuch,
ich habe fertig, und wie!! Was für eine anstrengende Woche.
Letzten Freitag musste Harald zum Welpenspiel. Damit er nicht so einsam und verloren ist, habe ich ihn begleitet. Es war ganz nett. Aber son blöder Westi wollte keine Ruh geben. Ich hab ihm mein Gewicht gezeigt, da war erst einmal Ruhe unterm Fell!
Weil ich so ne tolle Nummer bin soll ich Harald am nächszen Freitag wieder begleiten. Der kann gar nicht ohne mich. Und dem Westi zeig ich dann ne 12 kg-Nummer. Mal schaun wie ihm das gefällt.

Dann hat auch meine Züchterin angerufen. Wegen meiner Hoch aufgeschlossenen Mäkeligkeiten hat sie sich Sorgen gemacht. Dabei hat sich herausgestellet, dass Barbara, trotz ausgeklügeltem Speisezettel meine Magnusson Petfood Meat und Biscuit JUNIOR als Getreidflocken angesehen hat, die ich dann nicht bekommen habe. Nun gut, auf das Getreide kann ich verzichten. Aber mal ehrlich, wie blöd muss man sein die Flocken, die hoch geschlossenen, mit meinen Magnusson Petfood Meat und Biscuit JUNIOR zu verwechseln???  Bisher hab ich gedacht, die hätte ihre Haare nur gefärbt, aber jetzt muss ich doch wohl von naturblond ausgehen...
Nachdem Barbara dann ihre Brille aufgesetzt und alles richtig gemacht hat, habe ich meine Mäkeligkeit auch endlich eingestellt. Jetzt hol ich erst mal nach was mir das Blondchen vorenthalten hat.

Insgesamt geht es mir sehr gut hier. Allein die Dosenöffner und der Rasen leiden. Bei den Dosenöffnern bin ich sicher, das sie europäischer Abstammung sind, auch wenn die Augen mehr und mehr eine mandelförmige nahezu geschlossene Lidführung haben. Auch der Gang ist leicht unkoordiniert und milde gesagt wenig dynamisch. Dabei geb ich mir redlich Mühe sie insbesondere ab 3.30 Uhr in der Früh auf Trab zu halten.
Und der Rasen? Englisch sieht anders aus. Aber was ist schon ein englischer Rasen gegen eine echte Berner Pipiflickenfläche. Gelb gemustert ist sowieso  "in". Meine Dosenöffner sehen es gelassen, vieleicht aber auch nicht, wegen der Mandelaugen...

Samstag ist dann meine Halbschwester Maureen  aus Hamburg vorbeigekommen und hat mit mir gespielt. Man war das toll. Wir kuschelten und knutschten um die Wette. Leider musste sie dann wieder weg, nicht ohne noch etwas von dem leckeren Fleisch mitzunehmen. Na ja, da drück ich mal ein Auge zu. Mein Terrain werde ich später abstecken.

Gestern hatte ich Besuch von meiner neuen Freundin Frieda, einer 10 Wochen alten Bernerin, die am 21.07.2015 in das Haus von Barbaras Freundin eingezogen ist. Wir haben erst mal den Garten gerockt und nen Knochenvorrat von meiner Vorgängerin Nele ausgegraben und fertig gemacht. War ganz nett. Freitag nehme ich Frieda mit zum Welpenspiel, dann machen wir den Westi platt!!

So liebes Tagebuch ich muss mich erst mal um die Dosenöffner kümmern.
Die Schlappis sitzen völlig motivationslos im Garten, da werd ich erst mal Abhilfe schaffen.
P.S. Ich hab ne tolle Stelle im Garten unter der Holzterasse ausfindig
gemacht: Da kriegt mich keiner und dort kann ich nach Herzenslust Unsinn machen. Frieda findet den Platz auch ganz toll.
Deine (Jose) Fiene.

 

Hildesheim,den 14.07.2015

Liebes Tagesbuch,
ich habe mich schon gut eingelebt, was man von den Trööteln so nicht sagen kann.
Die Blonde, die sich Barbara nennt, war gestern so fertig (ich hab Nachts wieder mal Pipi gemusst), dass sie die Arbeit abbrechen musste, weil sie wärend der Kammerberatung unter Sekundenschlafanfällen litt.
Richter Suden hat gemeint, der dicke Rote, mein Streichelprofi Harald, solle sie ja nicht mehr Auto fahen lassen.
Der Dicke ist dann auch gefahren. Leider sind wir dann erst einmal in die Tierklinik Hannover gefahren,  weil ich mein Futter nicht gegessen habe. Mal ganz ehrlich, die Schafsstreifen würden mir schon genügen, mehr brauche ich nicht. Obwohl ich quietsch fidel bin und 10 kg wiege hat Barbara noch etwas Welpenfutter erstanden. Mit viel gutem Zureden habe ich dann auch so drei bis vier Krümel gefressen. Im Übrigen mag ich immer noch nicht die hoch aufgeschlossenen Getreideflocken meiner Züchterin. Die hab ich nur gefressen, weil die Konkurrenz so groß war und ich mein Eigenleben nicht so ausleben konnte. Das werde ich jetzt erst mal nachholen. Barbara wird schon sehen wer von uns beiden den längeren Atem hat.
Zu Hause angekommen ist Barbara auch gleich ins Bett gegangen. Ich habe mich erst mal um Harald gekümmert. Der war dann auch froh, dass er mich gegen 0:00 Uhr endlich ins Schalfzimmer von Barbara packen konnte.Dort habe ich dann auch wirklich gut geschlafen, bis Harald um 3:30 Uhr zum Pipi machen einlud. Er hatte sich den Wecker gestellt. Nach ein paar Schwierigkeiten und der empörten Frage von Barbara "Bist Du wieder Eingeschlafen?" hat er dann doch noch den Weg zu mir gefunden.
Also Pipi habe ich bis 4:00 Uhr gemacht, dann durfte ich wieder zu Barbara. Wir haben dann gemeinsam unseren Schlaf fortgesetzt.
Heute habe ich mich verstärkt um Harald gekümmert. Der sollte erst gegen 13:00 Uhr mit mir zum Gericht gehen, weil er zur Präsidiumssitzung musste. Fürsorglich wie ich bin, habe ich seinen Bewegungsapparat heftig ins routieren gebracht. Nach dem Bericht von Harald an Barbara habe ich das Haus und den Garten "gerockt". Irgendwie meinte er zu Barbara ich entspräche nicht so wirklich den Beschreibungen meiner Züchterin, die etwas von zurückhaltend und beobachtend gemurmelt hätte. Ich bin sicher, dass die sich beide verhört haben. Nichts desto trotz hörte ich das Wort Wandlung. Ich verstehe zwar nicht, was das heisst, habe aber die böse Ahnung, dass das ein weiters zukünftiges Leben mit den hoch aufgeschlossenen Getreidiflocken bedeuten könnte. Daraufhin habe ich auf der Stelle beschlossen mich etwas zurückzunehmen.:-D Barbara fand Harald in seiner etwas gehetzten und verschwitzen Art, der ihrem Zustand nach dem Teichbad ähnelte, zum piepen und hat sich köstlich amüsiert. Sie hat Harald erst mal zur Hundeschule/Welpenspiel angemeldet. Mal sehen, wenn ich Lust habe, gehe ich vielleicht mit.
Bei Barbara war ich dann vorbildlich. Natürlich nur mit meinem Verhalten. Hunger auf Getreideflocken egal mit welchen Zusätzen, habe ich immer noch nicht. Sie hat dann auch Straußstreifen vom Tierarzt rausgerückt.

So jetzt mach ich mal wieder Schluss. Bis demnächst, Deine Fiene.

P.S: Harald hat sogleich  Urlaub genommen, damit er sich besser auf mich konzentrieren kann. Danach ist Barbara dran. Ab den 29.08. fahren wir dann nach Dänemark. Auf die 14 Tage freue ich mich jetzt schon.

 

Hildesheim, den 12. Juli 2015
Liebes Tagebuch,
nach meinem etwas unkoordinierten Auszug bei meiner Mama und meiner Züchterin habe ich wohlbehalten Hildesheim erreicht. Unterwegs hatten wir mehrere Stopps, die ich für meine kleinen Geschäfte genutzt habe, denn zu trinken gab es regelmäßig. Aber Essen?????????? Mit nichten.
Diese Trööötel, meine neuen Mitbewohner, glaubten doch glatt ich könne so eine aufregende Fahrt mit leeren Magen überstehen. Bis endlich die Blonde  getrocknete Schafsstückchen/streifen rausgerückt hat. Die waren echt lecker. Natürlich glaubte die Blonde ich müsse erst einmal klein anfangen und gab mir nur zwei Stück. Aber mal ganz ehrlich? Was ist ein Berner ohne Essen????? Den Rest hatte ich auch............!!!
Die Nacht war sch.......e!! Mama.........schnief. Gut die Blonde war ganz nett. Aber Mama ist die Beste. Nachts war ich ein paar mal draußen
(1:23 Uhr, 2:30 Uhr 4:15 Uhr...usw). Wie gesagt Flüssiges gab es genug.
Vier Haufen habe ich auch gemacht. Der Grund musste erst mal eingeweiht werden. Heute um 6:00 Uhr hatte ich mein erstes echtes Erlebnis. Die Blonde taugt doch zu was. Ich war am Teich. Der ist ziemlich interessant. Ich dachte ja ich könne auf Seerosenblättern laufen. Gut
Jesus bin ich nicht.   Das sah echt toll aus wie die Blonde mit ihrem
weißen Bademantel, T-shirt und Schlüppi in den Teich hechtete. Als ich darußen war,  war der Anblick der Blonden ein Traum: Der Mantel sank langsam nach unten in den Teisch und hatte mitlerweile Farbe genommen.
Naturgrün gefällt mir ohnehin besser. Es war auch schön zu sehen, die Blonde ist auch nicht Jesus. Sie konnte auch nicht wirklich gut aus dem Teich raus. Dann hat sie ihren Bademantel abgeworfen und sich an der Böschung festgekrallt. So konnte sie raus. Vielleicht sollte sie etwas abnehmen, dann klappt es besser.
Wir sind dann zum Eingang und haben nach oben gerufen. Der rote Dicke hat etwas zurückhaltend reagiert, als wir tropfend und schniefend dort standen. Er hat uns dann geholfen. Die Blonde meinte dann, ich müsse auf den Schrecken erst mal ein Frühstück haben. Wieso glaubt die eigentlich ich möge hoch aufgeschlossene Getreideflocken? Ich mag weder hoch noch geschlossen. Jetzt versucht sie es mit einer Hauptmahlzeit. Wir werden sehen...............
Der rote Dicke und die Blonde, diese Spielverderber, haben dann erst mal den Teich eingezäunt. Son Scheiß. Die glauben doch wohl nicht, dass ich mich davon abhalten lasse. Auch ich werde größer. Und, jeder Weg führte früher nach Rom.
So liebes Tagebuch jetzt ist erst :-mal Schluss. Ich denke oft an meinen kleinen Bruder, den ich etwas kränklich zurücklassen musste :-( und hoffe es geht ihm wieder gut. Der dicke Rote hat einen guten Streichelrytmus dort muss ich mich erst mal von meinen Erlebnissen erholen.
Deine (Jose-)Fiene, vormals Quanda.
P.S. Fiene ist besser als Triene...:-*